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Jetzt ist die letzte Bastion des Fondsverkaufs gefallen!

Über freie Vermittler (Makler, Mehrfachagenten usw.) ist der Verkauf von Fondsanteilen schon seit einigen Jahren so gut wie tot. Frisches Geld kommt kaum noch nach. Bestenfalls wird in die aktuellen Lieblinge der Anleger umgeschichtet (was sich meistens als Fehler erweist).  Viele Fondsgesellschaften konzentrieren ihre Vertriebsaktivitäten deshalb schon seit einiger Zeit auf institutionelle (z.B. Banken, Versicherungen, Stiftungen) und semi institutionelle (z.B. Vermögensverwalter, Family Offices, Dachfonds) Kunden. So ist dieser Markt hart umkämpft, der allerdings auch nicht gerade in frischem Geld schwimmt, geschweige denn darin ertrinkt.
Bisher schielte die Fondsbranche oft noch etwas neidisch auf die Deka und Union Investment, die auftgrund ihrer Vertriebsstruktur (Ausschließlichkeit in vielen Verbundbanken) noch die Grösusse in Sachen Punblikumsfondsabsatz waren. Allerdings lief das auch mehr nach dem Prinzip blind-einäugig-König.

Nun kommuniziert die Deka, dass sie sich künftig auch verstärkt auf das institutionelle Geschäft konzentrieren will. Das heißt nichts anderes, als dass nichtmal mehr die Sparkassen in der Lage sind, ihren Kunden Investementfonds im größerem Stil zu verkaufen. Es ist leider kaum anzunehmen, dass die Sparkassenkunden in der Masse plötzlich mit genügend Fachkenntnis gesegnet sind und die Deka-Fonds deswegen links liegen lassen. Das wäre ja mal ein gutes Zeichen.
Viel mehr ist es wohl so, dass die Privatanleger jetzt im Fondsgeschäft gar nicht mehr existent sind. Es ist anzunehmen, dass es der Union Investment nicht viel anders geht. Das ist tragisch für die Deutschen und ihre Ersparnisse, denn ohne die Chancen, die Investmentfonds bieten, sind auf absehbare Zeit wohl kaum die Renditen zu erzielen, die für den Aufbau einer vernünftigen Altersvorsorge nötig wären.

Andererseits: Wer nachhaltig über Jahrzehnte so blauäugig und uninforniert (diesen Status könnte man wirklich ändern!) von einer Katastrophe in die andere Schlittert wie der typische deutsche Privatanleger, der lässt vielleicht besser tatsächlich die Finger weg und findet sich mit seinem persönlichen Anteil an der Altersarmut einfach ab.
Denen, die sich damit nicht abfinden wollen sei gesagt: Gegen die Masse zu handeln zahlt sich meistens aus. Jetzt damit anfangen, sich schlau zu machen (was komplett gegen die Masse ist) und dann anfangen vernünftig zu investieren, das ist zwar ein vollkommen verrückte Idee, aber sie ist ziemlich gut!
Viel Glück und Erfolg.

Viel Glück wünsche ich auch den Mitarbeitern der Deka bei der Jagd nach den insti-Geldern. Das dürfte echt schwer werden. Der Markt ist sehr kompetitiv und die Deka ist jetzt nicht gerade für außergewöhnliche Managementleistungen berühmt. Da werden die Verantwortlichen im Fondsmanagement ein paar viele Schippen drauf legen müssen, denn mit den Ergebnissen aus den Pubklikumsfonds werden sie die „Grillparties“ der (im Gegensatz zum Privatanleger gut informierten) institutionellen Anleger nur mit ordentlichen Brandwunden überstehen oder auf dem Rost liegen bleiben, bis sie verkohlt sind… .

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