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Eine Gehaltserhöhung kann sich für beide Seiten lohnen

Wer wünscht sich nicht mehr Lohn für außergewöhnlich gute Arbeit. Wer als Arbeitnehmer in eine Lohn- oder Gehaltsverhandlung mit seinem Chef gehen möchte, sollte sich allerdings gut vorbereiten. Dabei sollte ein Gespräch „zwischen Tür und Angel“ unbedingt vermieden werden. Bessere Voraussetzungen für ein konstruktives Gespräch bildet eine genaue Terminabsprache, bei der Sie die Gründe für den Wunsch nach einem Gespräch bereits klar und deutlich zum Ausdruck bringen. So ist nämlich auch Ihr Chef in der Lage, sich im Vorfeld über eine eventuelle Anhebung Ihres Gehaltes Gedanken zu machen.

Gehalt

Mehr Brutto gleich mehr Netto?

Sie haben sich bestens vorbereitet: Auf Ihrer Liste steht eine Vielzahl von Projekten, die unter Ihrer Leitung erfolgreich und mit beachtlichem Gewinn für die Firma abgewickelt wurden. Die letzte Gehaltserhöhung liegt bereits mehrere Jahre zurück. Es muss ganz einfach klappen. 

Nun gibt es zwei denkbare Szenarien: 

1. Ihr Chef zeigt sich äußerst verständnisvoll. Er kann Ihre Wünsche durchaus nachvollziehen. Allerdings verweist er auf die derzeit allgemein angespannte wirtschaftliche Lage und lehnt eine Erhöhung Ihres Entgeltes mit großem Bedauern ab.

2. Ihr Chef ist von Ihren Argumenten überzeugt und möchte Sie als Mitarbeiter keinesfalls verlieren. Deshalb geht er auf Ihren Vorschlag ein und zahlt ab dem kommenden Monat 100 Euro mehr. Nach der anfänglichen Freude empfinden Sie nach einem Blick auf die Gehaltsabrechnung allerdings große Enttäuschung. Nicht mal die Hälfte der Gehaltserhöhung ist aufgrund der Steuer- und Sozialabgabenprogression bei Ihnen angekommen. Alle Fakten zu diesem Thema finden Sie unter die-gehaltsabrechnung.de.

Brutto gleich Netto: So funktioniert das!

Beide Szenarien können Sie vermeiden, indem Sie bei der Gehaltsverhandlung von vornherein eine andere Strategie verfolgen. Falls sich Ihr Chef auf eine dieser teils unkonventionellen Lösungen einlässt, profitieren außerdem nicht nur Sie, sondern zusätzlich auch das Unternehmen. Klug verhandelte

Lohnbestandteile helfen nämlich beiden Seiten, die Steuerlast zu senken. 

Einige Beispiele:

  • Maßnahmen zur Gesundheitsförderung, wie beispielsweise der kostenlose Besuch des firmeneigenen Fitnessstudios, Massagen oder die Teilnahme an Präventionskursen darstellen, bleiben bis zu 500 Euro jährlich von Steuern und Sozialabgaben befreit. Selbst über diese Grenze hinaus ist die Abgabelast bedeutend geringer, als eine entsprechende Erhöhung des Bruttolohnes. 
  • Sie haben Kinder? Vielleicht spendiert Ihnen der Chef die Kindergartenkosten. Was für ihn im steuerrechtlichen Sinn Betriebsausgaben sind, ist für Sie bares Geld wert. Und das auch noch vollkommen abgabefrei. 
  • Vielleicht möchten Sie sich lieber den Arbeitsweg finanzieren lassen? Die Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr kann Ihr Chef mit bis zu 44 Euro bezuschussen, ohne das Steuern fällig werden. 
  • Was selbst viele Arbeitgeber nicht wissen: Sofern das Unternehmen Produkte verkauft, können sie ihren Mitarbeitern steuerfreie Rabatte einräumen. Immerhin liegt dafür die derzeitige Bemessungsgrenze bei 1224 Euro pro Jahr. Eine ähnliche Regelung gibt es auch bezüglich sogenannter Belegschaftsaktien. Auch hier sind bestimmte Anteile steuerfrei. 
  • Wie sieht Ihre finanzielle Vorbereitung auf den Ruhestand aus? Haben Sie schon einmal, zusätzlich zur staatlichen Rente, an die betriebliche Altersvorsorge gedacht? Seit einigen Jahren sind die Unternehmen sogar verpflichtet, ihren Mitarbeitern eine Form der Betriebsrente, zumindest auf Grundlage einer Gehaltsumwandlung, anzubieten. Bis zu einem bestimmten Prozentsatz der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Sozialversicherung bleiben diese Beiträge sozialversicherungs- und steuerbefreit.
  • Sie arbeiten in einem Home-Office, also von zu Hause aus? Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, geldwerte Vorteile zu nutzen. So darf der Arbeitnehmer den Firmencomputer, das Internet oder das Firmenhandy auch privat nutzen, obwohl diese Einrichtungen eigentlich Firmeneigentum sind. 

Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Allerdings kann schon anhand dieser Beispiele jeder erkennen, dass es sich lohnt, besonders gut informiert und entsprechend vorbereitet in eine Gehaltsverhandlung zu gehen. 

Fazit: Nicht nur die Erhöhung des Bruttolohnes bzw. Bruttogehaltes muss unbedingt der erstrebenswerte Weg sein. Es ist oft viel lukrativer, mit dem Chef über steuerbegünstigte oder sogar steuerfreie Gehaltsbestandteile zu verhandeln.

Bildquelle: crestock.de

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