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Ein neues Allzeithoch! Toll, oder?

Der Jubel ist fast grenzenlos! Ein neuer historischer Höchststand im DAX und in vielen anderen Indizes der Industrieländer. Also sind Aktien doch eine tolle und gewinnbringende Anlage, oder?
Die Antwort ist ein klares: JEIN!  Es kommt wie immer auf den Betrachtungszeitraum an. Wer z.B. auf dem Höhepunkt der Bankenkrise 2008 bei rund 4.000 Punkten eingestiegen ist, hat innerhalb von fünf Jahren rund 100% Gewinn erzielt. Das ist wirklich ein tolles Ergebnis. Aber wer kauft schon dann, wenn an den Märkten Katastrophenstimmung herrscht?

Weniger gut sieht es langfristig aus. Den aktuellen Stand um 8.000 Punkte hatten wir im DAX schon zweimal. 2007 vor dem Ausbruch der Finanzkrise und 2000 vor dem Platzen der Internetblase.

DAX PERFORMANCE-INDEX  Chart

Wer also Ende der 90er Jahre deutsche Aktien gekauft hat (erinnern Sie sich an die Werbung für die T-Aktie), hat bis heute, also 15 (!) Jahre später, wahrscheinlich keinen Cent verdient.
Beachtet man dann noch, dass das Geld durch die Inflation rund 2% pro Jahr verloren hat, war das jetzt wirklich keine gute Anlage. Mit deutschen Staatsanleihen hätte man in dieser Zeit immerhin sein Kapital in etwa verdoppelt (natürlich vor Inflation und Steuern).
REX GESAMT PERFORMANCE-IN  Chart

Was kann der Anleger, oder die Anlegerin, aus diesen Entwicklungen für die Zukunft seiner Anlage lernen?
Das ist extrem schwer zu beantworten. Man muss sich anschauen, warum die Aktien derzeit so durch die Decke gehen. Es ist ja nicht gerade so, dass die Unternehmensgewinne neue Rekorde brechen oder die Konjunkturaussichten alles bisher da gewesene in den Schatten stellen.
Es ist vielmehr so, dass die Notenbanken so viel billiges Geld (Liquidität) über uns ausschütten, dass keiner weiß wohin damit und die Investoren aus lauter Ratlosigkeit Aktien kaufen. So entsteht eine Hausse, die sich selbst nährt. Aber nachhaltig und mit Substanz ist das nicht. Wenn der Nachschub an Liquidität abreißt oder irgendwelche neue schlechte Nachrichten die Märkte in Panik versetzen, wird den Investoren sicher wieder sehr plötzlich bewusst, was sie die ganze Zeit schon wissen…. .

Wer also jetzt meint in Aktien investieren zu müssen geht ein hohes Risiko ein. Natürlich kann sich die Hausse selbst noch bis 10.000 DAX-Punkte oder mehr selbst nähren. Aber wer erwischt schon den richtigen Ausstiegszeitpunkt wenn es gerade so schön nach oben geht?
Leider bieten Renten (Staatsanleihen und andere festverzinsliche Wertpapiere) keine vernünftige Perspektive. Denn irgendwann werden die Zinsen auch wieder steigen müssen, nach unten ist ja immer weniger Platz. Und dann erleiden Renten Kursverluste. Da man sowieso kaum Zinsen bekommt, sind Werteinbußen dann vorprogrammiert.

Fazit:
Wenn die Situation so unklar ist und so viele Risiken birgt wie im Moment ist, dann bleibt nur das altbekannte Allheilmittel: Streuung bis die Schwarte kracht!
Also Aktien und Renten: Ja! Und alles andere auch. Am wichtigsten ist aber das UND!

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