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Brauche ich einen Steuerberater?

Auch wenn die Bequemlichkeit ein nicht zu unterschätzender Motor des menschlichen Verhaltens ist, gelten im Geschäftsleben doch ganz andere Regeln. Das Geld, das man nicht ausgibt, muss man sich als Selbständiger bzw. Freiberufler nicht erst verdienen. Diese goldene BWL Regel sollte man bei allen Entscheidungen beherzigen, denn man spart oftmals nicht nur Geld, wenn man Dinge selbst erledigt; es entsteht auch ein Gefühl der Kontrolle, des Überblicks. Dinge aus der Hand zu geben, zum Beispiel, indem man aus Bequemlichkeit oder fehlendem Informiertsein einen Steuerberater hinzu zieht, ist also nicht unbedingt immer eine gute Entscheidung.

Können Softwarelösungen helfen?

stbNatürlich sollte man das Thema „Kernkompetenzen“ nicht aus den Augen verlieren, wenn man sich nicht in lauter mehr oder weniger bedeutsamen Details verlieren will. Dennoch ist gerade die Buchführung ein so wesentlicher Bereich, dass er sicher eine hohe Priorität genießt. Wer eine lizensierte Steuersoftware nutzt, die leicht auch durch Laien zu bedienen ist, erwirbt damit indirekt auch ein Stück der Kompetenz, die früher nur der Steuerberater hatte. Alle Vorgänge kann man heute auf transparente Weise erkennen, sie nach Prioritäten ordnen und bearbeiten. Auch wenn dies vielleicht zunächst nicht so scheinen mag, da es so etwas wie eine „natürliche“ Abneigung gegen Formulare, Steuererklärungen etc. gibt, ist das Plus, nämlich einen besseren Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten, nicht zu unterschätzen. Über alle Vorgänge informiert zu sein, bedeutet auch ein Stück Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.

Neben kostenpflichtigen Lösungen gibt es auch einige Freewarelösungen, die bei der Steuererklärung durchaus hilfreich sein können. Diese Freewareprogramme sind, was den Umfang angeht, den lizensierten Programmen nur bedingt unterlegen, wobei sich Anfänger aufgrund des fehlenden technischen und telefonischen Supports, die Benutzung derartiger Programme gut überlegen sollten.

Wichtig: eine Überlastung vermeiden

Wer gerade im Aufbau in der Firma steckt, viele Termine außer Haus wahrnimmt, wird es vielleicht nicht mehr schaffen, sich auch noch um die Buchhaltung zu kümmern. Man kann sich schließlich nicht zerreißen, sollte dies auch nicht tun. Auch hier gilt: Prioritäten setzen, und wenn man sich von bestimmten Posten überfordert fühlt, sollte man sie ruhig delegieren. Es kommt, wie man sieht, auf den Einzelfall und auch die Phase an, in der man sich als Selbständiger befindet. Gerade Menschen, die für ihre Leistung allein geradestehen, neigen sehr zur Selbstausbeutung. Genug ist nie genug, bis dann nichts mehr geht: Burn-out. So weit darf man es natürlich nicht kommen lassen. Buchhaltung, Steuerangelegenheiten sollten, wenn sie als starke Belastung empfunden werden, unbedingt an einen Fachmann übergeben werden.

Auf die Einstellung kommt es an

Wer sich ein gutes System erarbeitet hat, in dem alle anfallenden Posten regelmäßig berücksichtigt werden, ist schon gut aufgestellt. Es kommt in jedem Job ja auch darauf an, welche Einstellung man zu Routinetätigkeiten oder solchen Tätigkeiten entwickelt, die nicht augenfällig Spaß machen. Es wird nun einmal immer etwas geben, das man gerne, sozusagen von selbst, macht, und einige Dinge, die man weniger gerne macht. Akzeptanz ist hier eine Art Zauberwort, mit dem man wie überall auch im Geschäftsleben weiter kommt. Wenn man aber Einsicht in die Notwendigkeit zeigt und dazu noch eine hilfreiche, die Vorgänge stark vereinfachende Software nutzt, kann man auch aus den Steuerangelegenheiten bzw. der Buchführung etwas machen. Und sogar noch mehr: Indem man sich die Ersparnis vor Augen führt, die ein „Selbermachen“ bedeutet, gewinnen auch etwas ödere Tätigkeiten an Wert! Dennoch sollte man zu Beginn auch nicht „zu viel“ wollen. Wer mit der Materie nicht vertraut ist, kann auch mit Softwareunterstützung, die Arbeit eines Profis nicht ersetzten.

Bildquelle: Thorben Wengert  / pixelio.de

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