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Warentest watscht die Deka ab!

Eine kräftige „Watsch´n“ (bayerischer Ausdruck für den dynamischen Aufschlag einer ausgestreckten Hand auf der Wange eines Anderen zwecks Züchtigung) hat die Deka (Fondsgesellschaft der Sparkassen) von der Stiftung Warentest bekommen.
Und womit? Mit Recht!  

Zwar vermittelt uns die Deka seit Jahren in ihrer Werbung, eine der besten oder gar die beste unter den deutschen Fondsgesellschaften zu sein, die Realität wird diesem Anspruch aber nur in ganz seltenen Fällen gerecht. Mittelmaß beschreibt die Qualität der breiten Masse der Fonds der Deka aber wohl am treffendsten.
Woran das liegt? Nun, warum soll man sich denn anstrengen, wenn die Fonds sowieso verkauft werden? Die armen Menschen in der „Kundenberatung“ (also die Vertriebsmitarbeiter) bei den Sparkassen müssen diese Fonds auf Teufel komm raus verkaufen, egal was kommt. Andere Gesellschaften gehen normalerweies nicht und weglassen darf man die Fonds auch nicht, sonst wird geschimpft. Die Dekamanager haben also keinen richtigen Wettbewerb und müssen sich deswegen auch nicht so richtig anstrengen.

Da ist es eigentlich eine gute Idee, eine vom Anlageerfolg abhängige Vergütungen für das Management einzuführen. Da steigt doch gleich die Motivation – falls beim einzelnen Portfolioverwalter davon auch etwas ankommt, was wir nicht wissen.
Man kann so so ein erfolgsabhängiges Gebührenmodell (finanzdeutsch: Performance Fee) aber auch missbrauchen und damit nur seine eigenen Einnahmen und nicht die des Kunden optimieren. Genau das ist es, was die Stiftung Warentest im Falle des Investmentfondsonds DEKA-LIQUIDITÄTSPLAN TF (WKN DK0A2R, ISIN LU0268059614) kritisiert. Hier ist der Anteil der Deka am Erfolg unverhältnismäßig hoch und der des Anlegers entsprechend enttäuschend gering.
Die Deka bestimmt selbst ein Renditeziel für den kommenden Monat und erhält den kompletten Ertrag, der über dieses Ziel hinausgeht.

   

Deka Liquiditätsplan TF

Ein Beispiel:
Die Deka legt für den August fest, dass das Renditeziel bei 0,2% liegt (was auf´s Jahr 2,4% bedeuten würde). Erreicht das Management stattdessen 0,3% im August, bekommt der Anleger trotzdem nur die 0,2% und die Deka die zusätzlichen 0,1%. Das klingt nicht viel, aber bei einem Fondsvolumen von 2,5 Milliarden Euro sind 0,1% 2.500.000,- €!
Liegt die Rendite unterhalb des Ziels, bekommt die Deka nichts, der Kunde aber auch nur die niedrige Rendite. Er trägt also das Risiko, ist aber nach oben gedeckelt!

Dann brüstet sich die Deka damit, dass das Renditeziel bisher ja immer erreicht wurde. Das ist jetzt wirklich das Sahnehäubchen in Sachen „wie ich meine Kunden gut veräppeln kann“!
Dafür muss man sich anschauen, wo die Deka das Geld des Fonds anlegt. Ohne jetzt ins Detail zu gehen: Es ist keine Kunst in diesem Segment die Rendite für den kommenden Monat ziemlich genau zu prognostizieren. (Das sieht man ja schon daran, dass es sogar der Deka gelingt ;-).) Das ist wie Großwildjagd im Zoo.

Man sieht an diesem Fonds einen allgemeinen Trend in der Fondsbranche. Es wird versucht, über diese Performance-Fees einen zusätzlichen Ertrag zu generieren. Dort, wo das fair geregelt ist, hat auch der Kunde davon einen Nutzen. Aber leider werden diese Modelle gerne so kompliziert gestaltet, dass der Kunde sie kaum verstehen kann. Dann lassen sich da schöne für den Anbieter gewinnoptimierte Modelle einbauen.
Die deutsche für Investmentfonds zuständige Aufsichtsbehörde (BaFin) hat das erkannt und schaut seit Ende vergangenen Jahres genau auf solche erfolgsabhängige Vergütungsmodelle. Allerdings nur bei Fonds, die neu zugelassen werden.

Fonds wie der hier beschriebene DEKA-LIQUIDITÄTSPLAN TF wurden zu einer Zeit aufgelegt, als die Behörden dieses Problem noch nicht auf dem Schirm hatten. Außerdem ist er in Luxemburg aufgelegt, wo das Amt dem Anschein nach nicht so sehr die Interessen der Anleger im Fokus hat, wie dies in Deutschland der Fall ist.

Es passt zu der ganzen Problematik von Fonds im Zusammenhang mit Riesterprodukten, dass genau dieser Ertragsbringer für die Deka auch noch in den Riesterprodukten der Gesellschaft zum Einsatz kommt.
Vorbildlich, liebe Deka, ist das nur, wenn man nach einem Vorbild für die Optimierung der eigenen Erträge sucht und langfristig auf die Blödheit seiner eigenen Kunden setzt.

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