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Commerzbank entschädigt Immobiliendachfonds-Anleger

Im November letzten Jahres hatte ich über das grundsätzliche Problem der Immobilienfondsbranche berichtet. Bis heute hat sich die Lage nicht nachhaltig gebessert. Auch an sich gute Fonds wie der AXA Immoselect leiden unter dem Druck, der auf dem Kapitalmarkt lastet, weil große Fonds durch Immobilienverkäufe Liquidität schaffen müssen. So liegt dieser Fonds in den letzten 12 Monaten bei einem Minus von 4,7%. Vergleicht man das mit den Schmuddelkindern der Branche, dem Morgan Stanley P2 Value oder dem DEGI Europa, ist das allerdings eher überschaubar.
In dieser Mitteilung verbreitet AXA Optimismus, was die Wiederöffnung des Fonds am 17.11. diesen Jahres angeht.     

Die aktuellen Turbulenzen an den Kapitalmärkten dürften diesem Vorhaben nicht gerade förderlich sein. Ein wenig grundsätzliches Anlegervertrauen wäre da schon gut …. . Drücken wir den AXA-Leuten die Daumen. Ein paar gute Nachrichten wären echt mal wieder etwas feines!

Wie eine gute Nachricht klang das, was ich kürzlich in einem Forum entdeckt habe. Stiftung Warentest berichtet, dass die Commerzbank Anleger entschädigt, die auf Empfehlung der Bank in einen Immobiliendachfonds namens „Premium Manage­ment Immo­bilien Anlagen (PMIA)“ investiert hatten.
Hintergrund war, dass die Commerzbank mit viel Vertriebsengagement daran gearbeitet hatte, Kunden aus dem bisher oft genutzten Fonds Hausinvest „raus zu holen“ und in den PMIA „reinzuschicken“. Ich vermute, man wollte durch diesen Wechsel durch Ausgabeaufschläge und Gebühren „etwas Ertrag“ für die klamme Bank generieren. Ein durchaus branchenübliches Vorgehen. Und die Idee eines Immobiliendachfonds ließ sich sicher auch super verkaufen….. .
Der Hausinvest liegt übrigens über die letzten 12 Monaten mit mehr als drei Prozent im Plus!

Der PMIA musste aber in Folge der Turbulenzen auch geschlossen werden. Ein Grund war, dass er wiederum in später geschlossene und verlustreiche Fonds wie P2 Value und DEGI Europa investiert hatte. Dies hat natürlich zu Verlusten bei diesem Fonds geführt.

Da die angesprochene Zielgruppe der CoBa aus vielen älteren Leuten bestand, von welchen vermutlich viele mit einem Auszahlplan aus dem Immofonds ihre Altersversorgung zumindest teilweise bestreiten wollten, hatten die Anleger unter der Schließung des Fonds sehr zu leiden.
Dies hatte zu Streit zwischen den Kunden und der Bank geführt. Es wird berichtet, dass es einige Vergleiche gegeben hätte, mit welchen Kunden vernünftig entschädigt wurden. Nun scheint der Druck auf die CoBa zu stark geworden zu sein. Sie bietet eine generelle Entschädigung an und zahlt 43,38 Euro pro Anteil zurück. Dies entspricht nach Aussagen der CoBa einem Abschlag von rund acht Prozent. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein vernünftiges Angebot. Sucht man zu diesem Thema allerdings ein wenig im Netz findet man Aussagen, dass die Zahlungen im Rahmen der Vergleiche um 50,- Euro pro Anteil gelegen hätten.
Da wird auch schnell verständlich, warum die CoBa jetzt nachgibt. Wenn man schon in der Breite entschädigen muss, weil offenbar „Versäumnisse“ bei dem vorliegen, was Banken gerne „Beratung“ nennen, dann will man natürlich nicht unnötig viel Geld ausgeben. Die Bank hofft darauf, dass die große Masse der Anleger dieses für die Bank viel billigere Angebot annimmt, bevor sie mitbekommt, was realistisch zu holen wäre.

Vor diesem Hintergrund lohnt es sich für Betroffene, einmal zu prüfen, ob man sich der Argumentation von Anwaltskanzleien wie der von Helge Petersen aus Kiel anschließen möchte. Man könnte bei Herrn Petersen natürlich auch das Bestreben vermuten, möglichst viele gewinnbringende Mandate zu generieren, denn der Anwalt verdient am Streit ja auf jeden Fall. Ich kenne diesen Anwalt nicht und kann auch die Erfolgsaussichten eines etwaigen Prozesses nicht abschätzen. Aber der Betroffene sollte zumindest wissen, dass es solch ein Angebot gibt und möge sich sein eigenes Bild machen.

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