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… come back in september!

„Sell in may and go away“ heißt eine alte Börsenweisheit. Zumindest die erste Hälfte davon. Oft wird der zweite Teil dieser Regel gerne unterschlagen: „but do remember to come back in september!“.
Wer dieser Regel dieses Jahr im Mai gefolgt ist, hat bei einem DAX-Stand von ca. 7.300 verkauft und steht heute unter dem Strich recht gut da. Einen Verlust zu vermeiden ist schon mal fast so gut wie einen Gewinn zu erzielen. Die rund 20,5% Verlust, die ein Anleger so bis zum aktuellen Stand von rund 5.800 Punkten nicht erlitten hat, muss er schon mal nicht aufholen. Und aufholen müsste er ja wegen der Hinterhältigkeit der Prozentrechnung nicht nur die verlorenen 20,5%, sondern rund 25,9%.

So betrachtet war der erste Teil der Regel in diesem Jahr also Gold wert. Aber wir wollen ja nicht nur „nicht verlieren“, wir wollen gewinnen. Also stehen wir da mit unserer laufenden Nase und fragen uns, ob man in so einem Börsenumfeld einsteigen kann.

Mal ehrlich: Hätten wir uns das im Mai genauso gefragt?
Wahrscheinlich eher nicht. Da hatte der DAX gerade seit März 2009 rund 100% zugelegt. In so einer Phase kauft man doch gerne ein, oder?

Quelle: onvista

Diese dumme Psychologie! Jeder Mensch wird sagen es wäre logisch, billig zu kaufen und teuer zu verkaufen. Nur an der Börse, da schalten wir Privatanleger gerne jede Vernunft aus und bezahlen mit Freude für die Gewinne, die andere Leute machen. Von nobelpreisverdächtiger Intelligenz zeugt das nicht gerade.

Soll man also jetzt Aktien kaufen?
Wenn man im Mai verkauft und sein Pulver im Trockenen hat, dann macht das sicher Sinn. Wer grundsätzlich zu den wenigen Mutigen gehört, die sich noch nicht haben abschrecken lassen und über ein Aktieninvestment nachdenkt, dem sei folgendes gesagt:

  • Jetzt ist auf jeden Fall „mehr billig“ als dann, wenn der Markt tolle Gewinne hinter sich hat.
  • Wer langfristig anlegen will und immer in den Krisen nachkauft, kauft nie zu teuer.
  • Den optimalen Tiefpunkt erwischt man nie! Besser: Wenn es beginnt zu rumpeln den verfügbaren Betrag auf sechs, zehn oder zwölf Monate verteilen und jeden Monat einen Teilbetrag investieren.
  • Jeder Anleger braucht eine Strategie, die ihm klar vorgibt, wann er ein- und auszusteigen hat. Da ist die mit dem Mai und September nicht die schlechteste, wie langfristige Studien belegen. Zwei Haken haben alle Strategien:
    1. Man muss sie konsequent befolgen, sonst kommt nichts dabei raus.
    2. Und keine Strategie funktioniert immer. Sie muss nur meistens (in mehr als 50% der Fälle) funktionierten.

Fazit:
Wenn „Sell in may….“ schon gestimmt hat, dann wäre es ab September wohl kein schlechter Zeitpunkt für ein Comeback. Aber nicht warten, bis die berühmte „Jahresendrally“ zu Ende ist – wenn es sie dieses Jahr denn gibt.

 

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