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US-Aktien erstes Halbjahr 2010

Was die Märkte bewegte
(finanzinfo-service.de) Selten standen die Kurse von US-Aktien so unter dem Eindruck von Geschehnissen außerhalb der USA. Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten bestimmten das Börsengeschehen meist nur tageweise. Die großen Bewegungen lösten im ersten Halbjahr die Ereignisse in Europa aus. Die Befürchtungen, der Staatsbankrott eines Eurolandes könnte letztlich den globalen Aufschwung gefährden, sorgten für hohe Nervosität und zwei herbe Rückschläge an der Wallstreet im Februar und Anfang Mmai. Am 6. Mai sorgte der unerklärliche Absturz der Leitindizes innerhalb kurzer Zeit um mehr als neun Prozent für kurzzeitige Panik. Seitdem befinden sich die US-Indizes in einem deutlichen Abwärtstrend. Bis dahin sah es noch so aus, als wollten die US-Anleger den Europäern in diesem Jahr einmal wieder zeigen, was ein Börse ist. Aber seit dem Schreck vom 6. Mai scheint die Wallstreet der Mut verlassen zu haben.

Die Entwicklung der Aktienmärkte
Der Dow Jones Index hat seinen zwischenzeitlichen Vorsprung vor dem Dax eingebüßt und liegt zur Jahresmitte mit fast minus sieben Prozent deutlich hinten. Zugegeben, das ist noch deutlich besser, als die breiter streuenden europäischen Indizes, welche die südeuropäischen Märkte beinhalten. Wie zu erwarten war, waren die Ausschläge des Tech-Index Nasdaq Composite etwas kräftiger. Lag das maximale Plus in diesem Jahr beim Dow Jones Ende April bei rund 7,4%, freuten sich Investoren im Nasdaq zu diesem Zeitpunkt über Gewinne von 11,5%. Zur Jahresmitte haben sich diese dann wieder in Verluste von rund sieben Prozent verwandelt. Glücklich schätzen durften sich ausnahmsweise einmal Euroanleger, die in US-Aktien investiert hatten. Bedingt durch die Währungsgewinne des US-Dollar gegenüber dem Euro waren hier zur Jahresmitte Gewinne von jeweils rund neun Prozent mit diesen Indizes zu erzielen. Betrachtet man allerdings die Währungsverluste dieser Investitionen in den vergangenen Jahren, dürfte der Trost für langfristige Anleger noch gering sein.

Ausblick
Der Blick auf das zweite Halbjahr unterscheidet sich nicht wesentlich von demjenigen auf die europäischen Aktienmärkte für diesen Zeitraum, weshalb wir diesen Ausblick unten erneut wiedergeben. Für die Gewinnentwicklung der US-Unternehmen (und damit letztlich auch für die Aktienkurse) dürfte allerdings die Entwicklung des US-Konsum von größerer Bedeutung sein. Während viele europäische Unternehmen stark vom Export in die Schwellenländer leben, ist der Binnenmarkt für viele US-Firmen von zentraler Bedeutung. Dieser leidet unter der nötigen Entschuldung der Privathaushalte und der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit. Die Nachrichtenlage zu diesen Themen verdient besondere Beachtung und wird auch im Fokus unserer Zusammenfassungen in den nächsten Monaten stehen.

Hier unser Ausblick auf die europäischen Aktienmärkte im zweiten Halbjahr:

Worauf ist im zweiten Halbjahr zu achten?
Einige Experten ziehen beharrlich die Parallele zur Entwicklung in 2004. Zwar kann niemand sagen, warum zwei Börsenjahre sich gleichen sollten, aber irgendeinen Halt braucht auch der gemeine Börsianer. Sollten sie Recht behalten, würde sich dieser Seitwärtstrend bis in den Herbst hinein fortsetzen, um dann in eine richtige Jahresendrally zu münden. Das gibt zumindest ein wenig Hoffnung. Allerdings sind am Horizont auch noch einige sehr bedrohliche Risiken zu erkennen. Die Staatsverschuldung ist ja kein exklusives Problem der südlichen Euroländer. Große Player an den Kapitalmärkten bergen durchaus größere Gefahren. Derzeit werden die Probleme Großbritanniens, der USA und Japans von den Märkten schlichtweg ignoriert. Das kann sich aber schnell ändern, denn die Schwierigkeiten dort sind keineswegs als gering einzustufen. Die Auswirkungen auf die Kapitalmärkte, wenn z.B. die USA oder Großbritannien ein Downgrade durch die Ratingagenturen erfahren würden, dürften deutlich stärker sein und zu neuen herben Kursverlusten führen. Gänzlich unbeachtet ist die Tatsache, dass der Markt für US-Gewerbeimmobilien die gleichen Probleme hat, wie der dortige Privatimmobilienmarkt vor Ausbruch der Finanzkrise. Auch hier liegt Potenzial für negative Überraschungen. Oder für gezielte Nachkäufe. Je nach Sichtweise. Auf jeden Fall wird es sich lohnen, die Augen offen zu halten.

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