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Lernen es die Deutschen nie?

Die Auswahl an sinnvollen Kapitalanlagen wird immer kleiner. Wegen der allgemeinen Zinssituation gibt es derzeit auf Anlagen ohne Risiko keine Rendite, welche die Inflation ausgleicht. Und auch Investments mit geringen Risiken bringen keine Renditen ein, welche dem Anleger ausreichen, um seine Ziele (z.B. Altersversorung) zu erreichen.

Aktien wären ein ganz wichtiger Baustein, auch für Privatanleger, weil sie langfristig eine brauchbare Vergütung für das in Kauf genommene Risiko bieten. Aber aus diesem Markt haben sich die Deutschen spätestens seit 2008 fast komplett verabschiedet, wie die Mittelzuflüsse der Fondsgesellschaften zeigen. Jetzt berichtet das Handelsblatt von einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Union-Investment, nach welcher die Deutschen Privatanleger wieder zurück an den Aktienmärkten sind und Aktien plötzlich gefragter sind, als Sparbuch und Tagesgeld.
Dann ist doch eigentlich alles wieder im Lot, oder?
Alles im Lot wäre gewesen, wenn diese Nachricht uns im Jahr 2008 oder 2003 zu Zeiten von Tiefstständen an den Börsen erreicht hätten. Da waren Aktien billig, da hätte man kaufen sollen!
Aber was haben die Deutschen gemacht? Sie haben die letzten Reste verkauft und sich größte Mühe gegeben, den „optimalen größtmöglichen Verlust“ zu erzielen. Und das mit großem Erfolg!

Und jetzt kommen die Privatanleger wieder zurück an den Markt. Jetzt, wo Aktien so teuer sind wie noch nie und ein Rekord den nächsten Jagd. Das ist so, wie wenn man mit Absicht an Tagen, an denen das Benzin besonders teuer ist, den Tank erst sinnlos leerfährt, um dann genüsslich volllzutanken.
Es passiert also das, was bisher immer passiert ist: Die Gier treibt die Menschen zum völlig falschen Zeitpunkt in die Aktien, nämlich NACHDEM die Gewinne (von anderen) gemacht wurden.
Was als nächstes kommt ist klar abzusehen (Amen, Kirche usw.):  Auf den tollen Anstieg wird ein schlimmer Absturz folgen, die Anleger werden von der Gier getrieben den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg verpassen und dann, wenn es so richtig bergab gegangen ist, wieder einmal das Opfer der Angst werden und mit größtmöglichem Verlust verkaufen!
Glückwunsch deutscher Michel, gut gemacht!

Ach ja, die Banken! Die sehen ja laut Handelsblatt eine rosige Zukunft für die Aktienmärkte. Blöd nur, dass sich die Analysten fast immer irren. Und wenn die sich größtenteils einig sind, dann liegen sie immer falsch. Das hat die Vergangenheit eindrucksvoll bewiesen.
Außerdem verdienen die Banken daran, dass Aktien ge- und verkauft werden. Es kann ihnen also nur recht sein, wenn die Menschen jetzt wie die wilden einsteigen. Die werden sicher nichts tun, um diesesn Strom zu bremsen. Schließlich werden sie nicht für das Beraten bezahlt… .

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1 Comments Add Yours ↓

  1. 1

    Guter Blogartikel. Ich kann dem geschriebenen nur zustimmen. Die meisten Anleger handeln emotionsgesteuert, was den Anlageerfolg quasi unmöglich macht. Die Finanzpresse und die „beratenden“ Banken und Vermittler tun ihr übriges dazu.
    Ein gut diversifiziertes Portfolio mit kundengerechter Risikoquote und konsequentem Durchhalten von Buy and Hold mit jährlichem Re-Balancing (ich hoffe, jetzt wurde es nicht zu fachlich) ist der sicherste Weg zum Erfolg!



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