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Juhuu! Aktienfondssparpläne machen wieder Freude!

Ende der 90er und in 2000 haben sehr viele Privatanleger Sparpläne in Aktienfonds (auch in Form fondsgebundener Lebens- oder Rentenversicherungen) abgeschlossen. Einer der Hauptgründe war der sog. cost-average-effect oder Durchschnittskosteneffekt. In einem früheren Artikel habe ich dieses „Phänomen“ bereits ausführlich beschrieben. Durch die Entwicklung der Aktienmärkte in den letzten 13 Jahren haben Sparpläne in Aktienfonds aber wesentlich weniger Spaß gemacht, als man sich das bei Abschluss erhofft hat. Doch mit dem Erreichen neuer Höchststände in den verschiedenen Aktienindizes sind wir nun langsam wieder in einer Größenordnung, die anfängt Spaß zu machen.

Nachfolgend ein paar Zahlen am Beispiel zweier Fonds, die in den 90ern sehr beliebt waren, dem Concentra (Deutsche Aktien) und dem ehemals „Deutscher Rentenfonds“ (heute Allianz PIMCO Rentenfonds), damals verwaltet von der Dresdner Bank Tochter DIT, die heute zum Allianzkonzern gehört und „Allianz Global Investors“ (AGI) heißt.
Betrachtet man den Chart der Fonds für eine Einmalanlage, wird schnell klar, dass der Rentenfonds, der hauptsächliche in deutsche Staatsanleihen investiert, das bessere Investment gewesen wäre:

CONCENTRA - A - EUR  Chart

Wie positiv sich der Durchschnittskosteneffekt (cost-average-effect) in diesem Fall auswirkt, zeigen die Ergebnisse von Sparplänen, die vom 1.1.2000 bis zum 1.6.2013 gelaufen wären. Ausgangssituation ist, dass 100,- € mtl. eingezahlt wurden. Ausgabeaufschläge wurden der Einfachheit halber nicht berücksichtigt, da viele Anleger rabattiert oder ganz ohne Ausgabeaufschlag Fondsanteile kaufen. Der Anlagebetrag über diesen Zeitraum beträgt 16.200,- €. 
Der Depotwert des Rentenfonds liegt bei 23.410,- € (rund 7.200,- € Gewinn). Das enspricht einer Rendite von 5,32% pro Jahr. Das ist in diesen Zeiten sicher kein schlechtes Ergebnis!

Beim Aktienfonds hat das Depot einen Wert von 27.884,- € (rund 11.700,- € Gewinn). Das entspricht einer Rendite von 7,75% im Jahr.
(Quelle der Berechnungen: fondsweb.de)

Mit diesen 7,75% sind wir schon ziemlich nahe an den 8% p.a., die früher allgemein als Rendite eines Aktienfondssparplanes erwartet wurden.

Dann ist die Welt doch in Ordnung, oder?

Klares Jein! In den letzten 13 Jahren gab es wenige Phasen, in welchen Sparpläne mit einer angemessenen Laufzeit in diesem positiven Bereich lagen. Noch im August 2012 waren die Aktien schlechter als die Renten.
Bleibt zu hoffen, dass es an den Aktienmärkten noch eine Weile nach oben geht. Wenn die Notenbanken die Märkte weiterhin billiges Geld in großen Mengen auf die Märkte bringen und die Zinsen niedrig halten, dann dürfte sich die Aktienrally selbst am Leben erhalten. Wenn die Zinsen wieder steigen und/oder  negative Überraschungen, welcher Art auch immer, die Anleger schockieren, wird es sicher mit den Aktien wieder bergab gehen.
Niemand weiß, wann das passiert. Aber das es passiert ist so sicher wie der nächste Sonnenuntergang (nur nicht so berechnbar).

Was heißt das für Fondssparpläne in Aktienfonds?

Wie bereits im oben genannten Artikel beschrieben, gilt es, die regelmäßigen Sparraten gedanklich von dem angesparten Kapital zu trennen. Für die Sparrate gilt der Durchschnittskosteneffekt uneingeschränkt und ist eine tolle Sache. Das angesparte Kapital aber profitiert nicht von fallenden Kursen – ganz im Gegenteil!
In unserem Beispiel kauft man zwar für 100,- € günstiger ein, man verliert aber prozentual auf fast 28.000,- € an Wert! Und 50% Wertverlust bedeuten, dass man 100% gewinnen muss, um erstmal wieder auf Null zu kommen. Die Strategie muss sein, die Risiken beim angesammelten Kapital zu begrenzen.
Es stellt sich auch die Frage, ob man für das mittlerweile angesammelte Kapital wirklich eine Aktienquote von 100% haben möchte. Meistens dürfte eine breitere Streuung besser zum Anleger, seinen Zielen und seiner Mentalität passen.
Dies gilt besonders für die Besitzer fondsgebundener Lebens- und Rentenversicherungen, deren Fondsanlagen oft während der Laufzeit sträflich sich selbst überlassen werden. Gerade hier ist die Initiative des Anlegers gefragt!

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