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R+V IndexInvest – nur nachgemacht oder besser?

Vor zwei Jahren habe ich bereits über das Versicherungsprodukt Allianz Indexselect berichtet. Nun bin ich in einem Forum auf ein ähnlich strukturiertes Produkt von der R+V gestoßen, die Privatrente R+V IndexInvest. Offenbar ist die Allianz mit ihrem nicht ganz einfach zu verstehenden Produkt so erfolgreich, dass die R+V hier gleich mal nachziehen muss, was nicht zwingend einem Gütesiegel gleichkommt.
Was liegt also nächer als ein Verlgeich der Allianz IndexSelect und der R+V IndexInvest? 

Im Prinzip funktioniert die R+V IndexInvest ganz ähnlich die was Produkt von der Allianz. Der Versicherte kann zu Beginn des Versicherungsjahres wählen, ob das Geld in seinem Versicherungsvertrag (Policenwert nennt die R+V das) festverzinslich angelegt werden oder an der Entwicklung des Aktienmarktes teilhaben soll.
Der Aktienmarkt wird auch hier vom europäischen Index EuroStoxx50 dargestellt, dessen Wertentwicklung im Zuge der Eurokrise deutlich hinter dem DAX herhinkt. Aber das kann ja auch eine große Chance für die Zukunft sein.

Hier taucht schon das erste Problem für den Anleger auf: Woher soll er wissen, ob in den kommenden zwölf Monaten die Aktien oder feste Zinsen das bessere Ergebnis bringen?
Die Gefahr ist, dass hier das typisch zyklische Verhalten gefördert wird. Wenn die Börsen im vergangenen Jahr gut gelaufen (und Aktien schon teuer) sind, wird für das kommende (!) Jahr auf Aktien gesetzt. Wenn Verluste eingefahren wurden (und Aktien billig sind), wird vor lauter Angst auf feste Zinsen gesetzt. Das führt unter dem Strich zu einem enttäuschenden Anlageergebnis.
Es braucht schon einen reichlich abgebrühten Privatanleger, um dieses Instrument vernünftig nutzen zu können.

Entscheidet er sich für die Partizipation am Aktienmarkt, ergeht es ihm ganz ähnlich wie dem Allianzkunden. Es wird garantiert, dass auf Jahressicht kein Verlust erzielt wird. Das ist schon mal positiv (bzw. eigentlich eine Nullnummer). Wenn die Aktien bzw. der EuroStoxx50 Gewinne einfahren, dann wird dem Anleger davon monatlich ein durch den Cap begrenzter Anteil gutgeschrieben. Während die Allianz diesen Cap bei monatlich 4% festschreibt, hält die R+V diesen Variabel und schreibt ihn jährlich neu fest. Das macht das Produkt nicht gerade einfacher zu verstehen, lässt aber mehr Möglichkeiten offen. Ob diese Möglichkeiten im Interesse des Anlegers genutzt werden, wäre eine interessante Frage an den Versicherer der Genossenschaftsbanken… .

In der Praxis bedeuten dies, dass man in Zeiten sehr guter und sehr schnell steigender Börsen deutlich abgebremst wird. Liegt der Cap bspw. bei 4% und der EuroStoxx steigt in einem Monat um 7%, dann werden dem Anleger in diesem Monat nur 4% gut geschrieben.
Verliert der Index in einem Monat, dann wird dieser Verlust allerdings voll gegen die Gewinne gerechnet. Im Laufe des Versicherungsjahres werden die einzelnen Monatsergebnisse einfach aufaddiert, wobei das monatliche Plus bei maximal 4% liegen kann. Der Verlust kann deutlich höher sein. Gerade weil die Aktienkurse in den letzten Jahren oft sehr stark und sehr schnell schwanken (Fachausdruck: hohe Volatilität) kann dies für den Anleger schnell ungünstig ausgehen, wie das Beispiel er letzte zwölf Monate zeigt:

Stand EuroStoxx50 MonatsendeErgebis
EuroStoxx50
Ergebnis
Anleger
Sept. 112.179
Okt. 1123859,454,0
Nov 112.330-5,7-5,7
Dez 112.316-0,6-0,6
Jan 122.4043,73,7
Feb 122.5124,34,0
Mrz 122.477-1,4-1,4
Apr 122.306-7,4-7,4
Mai 122.116-9,0-9,0
Jun 122.2646,544,0
Jul 122.3403,33,3
Aug 122.4032,62,6
Sep 122.4542,12,1
Ergebnis 12 Monate11,20
(Gemäß Vertrags-bedingungen. Nach
Addition der Monats-ergebnisse -0,4)

Trotz der auf Zwölfmonatssicht guten Wertentwicklung von plus 11% geht der IndexInvest-Anleger in diesem Beispiel leer aus. Grund sind die starken monatlichen Schwankungen. In so einem Umfeld müsste der Cap deutlich höher sein, um eine interessante Rendite für den Anleger übrig zu lassen. Etwa vier Prozent sollten es in so einem Jahr aus meiner Sicht schon sein, dafür hätte der Cap in diesem Beispiel etwa bei 6% monatlich liegen müssen.
Allerdings dürfte das für denjenigen, der die entsprechenden Garantien leisten muss, extrem schwer zu leisten sein, denn diese starken kurzfristigen Kursschwankungen machen eine vernünftige Kalkulation extrem anspruchsvoll.

An dieser Stelle kommen wir zu der Frage, wie die R+V die nötigen Garantien und Beteiligungen an Kursgewinnen des Index sicher stellt. Hier muss lobenswert erwähnt werden, dass die R+V dies recht transparent in ihren Versicherungsbedingungen  beschreibt:

Den Cap legen wir jährlich neu auf der Grundlage von Angeboten mehrerer Emittenten fest. Bei der Auswahl berücksichtigen wir deren Finanzkraft.

Die R+V kauft also mit dem Geld des Versicherten ein Wertpapier eines Anbieters (klassischer Weise eine Investmentbank), welcher genau diese Leistungen verspricht. Man kann sich das wohl wie ein Zertifikat vorstellen, von denen es ja auch die verschiedensten und abenteuerlichsten Konstruktionen gibt. Im Gegensatz zum Privatanleger sollten die Profis bei einem der größten Versicherer Deutschlands in etwa wissen, wie sie so ein Instrument einsetzen.

Auf ein zusätzliches Risiko dieser Vorgehensweise weist die R+V selbst hin, nämlich die Gefahr der Pleite des Emittenten (Herausgebers) dieses „Zertifikates“. Die Genossen können noch so genau hinschauen, in der aktuellen Zeit sind alle diese Banken Wundertüten und man kann nicht wirklich wissen, was morgen ans Tageslicht kommt. Lehmann hätte man im Mai 2008 sicher noch bedenkenlos als Emittent akzeptiert…. .
Interessant wäre zu erfahren, was im Fall der Pleite des Emittenten passiert. Die R+V schreibt, sie garantiert die eingezahlten Beiträge zum Laufzeitende. Kann sich die R+V gegen das Ausfallrisiko der Emittenten absichern (z.B. über so etwas wie SWAPS) oder käme sie hier ggf. in ernsthafte Probleme, die sich auf alle versicherten und die Genossenschaftsbanken negativ auswirken würden? Droht schlimmstenfalls sogar die Pleite, falls die Banken sehr Erfolgreich beim Vertrieb dieses Produktes sind?

Fazit:
Ähnlich wie bei der Allianz IndexSelcet ist die R+V IndexInvest in diesem Vergleich aus meiner Sicht mit 2 großen grundsätzlichen Problemen behaftet:

1. Das ganze Produkt ist so kompliziert, dass Privatkunden es nur sehr schwer verstehen werden. Besonders, weil es sich ja um ein Produkt mit i.d.R. langer Laufzeit handelt und die Informationen vom sicher redlich bemühten Verkäufer in dieser langen Zeit leicht verblassen und in Vergessenheit geraten… .

2. Bedingt durch den Cap und die Addition der monatlichen Ergebnisse können auch an sich gute Börsenjahre ein schwaches Ergebnis in der Rentenversicherung bringen.

Aus meiner Sicht ist auch bei der IndexInvest sehr zweifelhaft, ob unter dem Strich für den Anleger ein besseres Ergebnis herauskommt, als bei einer klassischen Rentenversicherung oder einer fondsgebundenen Variante mit einer intelligenten Fondsauswahl und dem richtigen Umgang mit dem Fondsbestand .
Ich befürchte, dass auch hier das Marketing und die „spannende Story“ mehr versprechen, als die Ergebnisse systembedingt halten können. Auf keinen Fall würde ich so ein Produkt als Basis für meine Altersvorsorge wählen, bestenfalls als Ergänzung wenn sonst schon „alles da ist“.

Nachtrag: Auch das Vergleichsprodukt „SV IndexGarant“ habe ich mir angesehen.

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30 Comments Add Yours ↓

  1. TK #
    1

    vielen Dank für die Produktbesprechung. Dank dieses Blogeintrages konnte ich mir nach Unterbreitung des Angebotes durch die R+V schneller einen Eindruck bilden und feststellen, dass die Allianz ein ähnlich „innovatives“ Produkt schon seit Jahren anbietet.

    Beim Beratungsgespräch bzw. in den ausgehändigten Unterlagen hat es mich schon gewundert, dass es darin nicht einmal einen Performancechart des Euro Stoxx 50 (R) gibt. Als Laie war mir natürlich nicht bewusst, wie hoch die Wertschwankungen dieses Indexes sind. So sollen wir also blind raten, ob nächstes Jahr ein gutes oder schlechtes Indexjahr wird? Interessant ist ebenfalls, dass jetzt – ende 2012 – in den Papieren Beispiele für Kursentwicklungen von 2004 bis 2008 angegeben sind. Diese malen natürlich ein angenehmeres Bild als das hier dargestellte Indexjahr.

  2. RCF #
    2

    Die Index-basierten Anlagen sind wohl konzipiert für diejenigen, die trotz des niedrigen Zinsniveaus eine gewisse Rendite erzielen wollen (die festverzinsliche Alternative werden sicher 80% der Anleger wählen)und darüber hinaus ihr Kapital sicher anlegen möchten.
    Die Partizipation am Index kann sehr wohl deutlich höhere Renditen bringen. Und bei einem Cap pro Monat ist nach einem erfolgreichen EuroStoxx-Jahr auch eine zweistellige Rendite pro Jahr möglich.

    Zu TK#
    Wer sich gerne einen (vergangenheitsorientierten) Chart zur Entscheidung anschauen möchte: nichts ist so unsicher wie die Zukunft – zumal beim Euro-Stoxx keine Fondsmanager ihr Können zeigen.
    Und wer im Internet-Wirrwarr die Website „finanzdeutsch“ findet, der hat auch schon mal etwas von Volatilitäten gehört.
    Wenn kein Chart angegeben war – wieso sind dann die Kursentwicklungen von 2004 – 2008 so schön anzuschauen?

  3. finanzdeutsch #
    3

    Ich glaube ja, dass indexbasierte Anlagen konzipiert sind, um Kunden zu fangen, die klassischen und fondsgebundenen Versicherungen nichts mehr zutrauen. Aber das kann man natürlich so oder so sehen.
    Um „eine Seite wie finanzdeutsch“ zu finden muss man übrigens nur „r+v indexinvest“ bei google eingeben und auf den 2. Eintrag schauen. Ist doch gar nicht so schwer, oder?

  4. Index #
    4

    Der Verfasser (dessen Name hier nicht einmal genannt wird)ist scheinbar persönlich nicht gerade begeistert über die beiden Anlagen.

    Aber warum so negativ?
    Ich habe jedes Jahr aufs Neue die Wahlmöglichkeit zwischen interessanten Festzins und der Indexpartizipation.

    Im schlimmsten Fall fahre ich eine Nullrunde, aber was schenke ich da bei einem Leitzinssatz von 0,5% und einer Verzinsung von 0,25% auf dem Sparbuch schon großartig her?

  5. finanzdeutsch #
    5

    Der Verfasser ist namentlich nicht explizit genannt, weil es nur einen in diesem Blog gibt. Das Impressum oder „über mich“ geben Auskunft.
    Ich mag diese Produkte nicht, weil sie für den Privatanleger zu kompliziert und intransparent sind. Es wird eine Renditeaussicht vorgegaukelt, die in Wahrheit nur unter optimalen Bedingungen eintritt.

  6. Index #
    6

    Allerdings sollte man sich meiner Meinung nach beim verfassen eines solchen, eigentlich sachlich informativen Beitrag nicht zu sehr von der eigenen Einstellung zu diesem Produkt leiten lassen.

    Wie schon erwähnt, es ist beim durchlesen unschwer zu erkennen, dass der Verfasser von diesem Produkt nicht begeistert ist.

    Ich (normaler Privatanleger) habe den Vertrag erst vor kurzen abgeschlossen, weil es langfristig mit Sicherheit eine interessante Alternative zum Sparbuch bzw. herkömmlichen Sparanlagen und mit Sicherheit nicht mit einem Aktienfondssparplan zu vergleichen ist.

    Und was ist bei einer Wahlmöglichkeit aus fester Verzinsung und Indexpartizipation bzw. Risiko einer 0 Verzinsung kompliziert und intransperent?

    Mein Fazit: Warum nicht!?! Gibt ja momentan bei einem derart niedrigen Zinsniveau nicht wirklich viel auf eine risikoarme Spareinlage!

  7. finanzdeutsch #
    7

    Hätte meine Meinung Sie auch gestört, wenn Sie mit Ihrer identisch gewesen wäre?
    Warum ich eine negative Einstellung zu diesen Produkten habe, habe ich versucht in den Artikeln zu erläutern. Sorry, wenn mir das nicht gelungen ist.
    Es ist Ihr gutes Recht, die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten und zu anderen Ergebnissen zu kommen. Ich würde mich ehrlich für jeden Kunden freuen, wenn das Produkt besser Läuft, als ich es erwarte! Das wünsche ich Ihnen von Herzen.

    P.S.: Der Vergleich mit den anderen genannten Anlageformen ist schwierig. Ganz anderer Charakter und (außer FLV) ganz andere Kostenstruktur.

  8. Index #
    8

    In der Regel stört man sich nicht an der Meinung eines anderen, wenn man selbst der gleichen Meinung ist! 😉

    Bin nur der Meinung, dass man bei einem derartigen Blog, dem Leser nicht umbedingt seine negative Einstellung aufs Auge drücken muss. Sondern einfach ein bisschen objektiver an die Sache rangehen sollte. Also nichts für Ungut!

  9. finanzdeutsch #
    9

    Aus meiner Sicht ist gerade ein Blog DAS Medium, um mal die eigene Meinung zu sagen.

  10. karl-heinz lersmacher #
    10

    Ich habe mir mal die Kosten angeschaut bei diesem Produkt, eine höhere Einmalzahlung unterstellt. Vermittlungs- und/oder Abschlussprovisionen etc. belaufen sich auf ca. 6% der Einmalzahlung. Der Verkäufer vergisst so etwas natürlich zu erwähnen.

  11. finanzdeutsch #
    11

    Allerdings bekommt „der Verkäufer“ diese 6% nicht komplett. Einen Teil verschlingt schonmal die Vertriebsorga der R+V. Je nachdem, ob über eine Bank oder einen Vertreter der R+V abgeschlossen wird, bleiben beim „Point of Sale“ nur mehr oder weniger kleine Anteile übrig. Der Volksbanker bekommt möglicherweise garnix ab sondern darf froh sein, wenn er seinen Job behält…. .

  12. 12

    Nun, aus meiner Sicht ist das Allianz- oder R+V-Produkt eigentlich recht verständlich, zumindest für den etwas wirtschaftlich und/oder wertpapierorientierten Anleger. Damit ist natürlich nicht der oder die 80jährige Sparbuchanlegerin gemeint. Basis ist der europ. Index, oder um es einfacher zu sagen, im Grundsatz die europ. Wirtschaft. Jährlich wird abgerechnet, inkl. mtl. Cap, oder auf deutsch: mtl. Höchstgutschrift. Dieser muss natürlich kurz erklärt werden, ist aber nicht sonderlich schwierig zu verstehen. Jährliche Abrechnung und Gutschrift von guten wirtschaftlichen Jahren inklusive, ohne diesen Gewinn jemals zu verlieren. Das ist schon mal ein wesentlichen Unterschied zu einer Fondspolice! Vergangenheitsbetrachtung gibt es dazu auch, insbesondere von der Allianz. Klar ist, dass es keine Sicherheit der Renditen für die Zukunft gibt, aber eins ist klar: es wird immer gute und schlechte wirtschaftliche Jahre geben und somit zwischendurch auch mal eine ordentliche Gutschrift, zuletzt bei der R+V für den Zeitraum 10.2012 bis 10.2013von 12,6%!!! Wenn die nächsten zwei Jahre Nullrunden sind, was wir logischerweise alle nicht wissen, wäre das nicht so schlimm. Trotzdem noch eine gute Rendite im Vergleich zu anderen Alternativen! Kostentechnisch ist das Produkt nicht für kurze Laufzeiten geeignet, keine Frage. Die Sache, wie die Versicherer den Cap/die Gutschrift erwirtschaften ist komplizierter und hier zu ausfürhlich. Soviel vorab: keine Zertifikate. Das Emitenttenrisiko bezieht sich meiner Kenntnis nach nur auf die in diesem Jahr betreffende Gutschfift/Cap. Letztlich kann dem Anleger doch egal sein, wie der Versicherer das Geld verdient. Wichtig ist, dass der Kunde seine Gutschrift erhält. Wir wissen ja auch nicht wie, wann und was ein Fondsmangaer im Detail kauft/verkauft, oder ein Unternehmer, dessen Aktiengesellschaft in einem Fonds ist. Solange die Rendite stimmt, wird sich wohl keiner beschweren, oder?

  13. skeptischer Anleger #
    13

    Ich prüfe das Produkt gerade für den eigenen Bedarf. Es wurde mir letzte Woche vorgestellt. Interessant ist, dass die R+V im Prospekt im gleichen Zeitraum, also September 2011 bis September 2012 anders als der Verfasser nicht auf eine Rendite von 0 sondern von 3,88% kommt. Beim genauen Hinsehen stimmen die Kurse nicht überein, insbesondere in den Monaten September und Oktober 2011. Diese Monate sind aufgrund der besonders hohen Volatilität entscheidend. Also habe ich recherchiert und festgestellt, dass die Kurse aus dem R+V Prospekt stimmen, nämlich am 30.09.2011 2.179,66 und am 31.10.2011 2.385,22. Offensichtlich wurde seitens des Verfassers nicht ordentlich recherchiert, oder war das Ergebnis einfach gewollt ??? Wie dem auch sei, die Grundaussage ist richtig. Das Risiko in der Anlage liegt nicht in sinkenden Kursen sondern in stark schwankenden Volatitäten. Dessen muss man sich bewußt sein.

  14. finanzdeutsch #
    14

    Danke für Ihren Kommentar. Tatsächlich ist mir beim Okt. 2011 ein Fehler unterlaufen. Ich hatte fälschlicherweise nach dem Kurs vom 30.10.gesucht und wegen Wochenende den vom 28.10. übernommen (mittlerweile korrigiert). Natürlich hatte der Oktober auch in 2011 31 Tage. Sorry für dieses Versehen. Der 30.9. deckt sich mit 2.179 mit Ihrer Aussage. Die Nachkommastellen spielen in der Gesamtbetrachtung hier wirklich keine Rolle.
    An den Ergebnissen ändert dies aber nichts. Wie die R+V für diesen Zeitraum auf ein positives Ergebnis kommt, erschließt sich mir nicht.
    Das zeigt mal wieder: Traue keiner Statistik….

  15. Lucie Preißler #
    15

    oder traue keiner Statistik die nicht richtig abgeschrieben wurde.
    Hier ein paar Ergebnisse der R+V IndexInvest:
    10/2012 – 09/2013 12,6 % Jahresrendite
    10/2011 – 09/2012 3,88% Jahresrendite
    04/2011 – 03/2012 0% Jahresrendite (Euro Stoxx 50 -14,90)

    Es gibt leider keine Eierelegendewollmilchsau aber hier kommt man schon nahe ran.

    Das R+V Produkt bietet:
    – Eine Möglichkeit Rendite Chancen mit Sicherheit zu kombinieren plus
    – Steuervorteile (z.B. keine Abgeltungssteuer während der Laufzeit)plus
    – Abdeckung der biometrischen Risiken (z.B. im Todesfall Zahlung mind. der gezahlten Beiträge oder mehr)

  16. finanzdeutsch #
    16

    Liebe Frau Preißler,
    danke für Ihren Kommentar und Ihre Informationen.
    Bietet die R+V eine öffentlich zugägnliche Quelle für die Jahresergebnisse?

  17. Axel Gertisser #
    17

    Herzlichen Dank Frau Preißler für Ihre meiner Meinung nach korrekte und zutreffende Einschätzung zu diesem Produkt. Diese Anlagemöglichkeit gehört in jede Vermögensstruktur. Sie bietet im Gegensatz zu Fondslösungen aller Art dem konservativen und risikoscheuen Anlager(in) die Möglichkeit, überduchschnittliche Erträge zu erwirtschaften. In den letzten 12 Jahren (simulierte Rückbetrachtung) hätte sich jeder, der indexorientiert handelte, im Durchschnitt 4,06% Wertzuwachs pro Jahr erwirtschaftet. Im Vergleich dazu hätte ein Direktinvestment in eine Fondslösung, die den DJ EuroStoxx50 abbildet, zu einem jährlichen Verlust von durchschnittlich ca. 4,6% geführt. Im Übrigen gibt es keine offizielle Seite bspw. der R&V, wo man die historischen Daten bis 01/2014 findet. Sprechen Sie Ihren Privatkundenbetreuer Ihrer Volksbank vor Ort an. Dieser kann Ihnen die Entwicklung in der Vergangenheit bis dato analog derer von Fonds jederzeit zur Verfügung stellen. Ich bin überzeugt, dass sich jeder Anleger mittel- und langfristig über seine R&V IndexInvest freuen kann. Berücksichtigt man die hohe Flexibilität hinsichtlich Zuzahlungen und Abhebungen, ergänzt um die Steuervorteile deiser Anlageform, haben wir tatsächlich die „eierlegende Wollmilchsau“ gefunden. Fairer Weise sollten die Anleger aus Kostengründen in den ersten ca. 18 Monaten keine Auszahlungen vornehmen, da hier auch vergleichbar mit Fonds Einmalkosten und lfd. Kosten zunächst durch Erträge kompensiert werden müssen. Im Übrigen sollten die Anleger bei Abhebungen darauf achten, dass ein Mindestguthaben von 2.500,00 € bleibt. So kann der Vertrag bestehen bleiben und das Thema Rückkaufswert und damit verbundene „Einbußen“ sind vom Tisch. Ganz nebenbei bemerkt: Als Mitglied einer Volksbank bekommen Sie unter best. Voraussetzungen einen Teil der anfallenden Kosten erlassen.

  18. finanzdeutsch #
    18

    Hallo Herr Geritsser,
    danke für Ihre Meinung.
    Können Sie diesen Satz bitte etwas näher erläutern?
    „Fairer Weise sollten die Anleger aus Kostengründen in den ersten ca. 18 Monaten keine Auszahlungen vornehmen, da hier auch vergleichbar mit Fonds Einmalkosten und lfd. Kosten zunächst durch Erträge kompensiert werden müssen.“
    Vielen Dank

  19. Axel Gertisser #
    19

    Die Kosten rund um eine Versicherungslösung in Form einer Geldanlage sind i.d.R. folgende:
    Einmalige Abschlußgebühr und bzw. Vertriebsvergütung (je nach Anbieter zw. 4 und 5,8%) zzgl. jährlicher Verwaltungskosten von i.d.R. 0,5% – 0,6%. Die Mitglieder einer Volksbank können einen Mitgliedervorteil von 1% (somit einmalig 4,8% Kosten erhalten.

  20. Axel Gertisser #
    20

    Noch ein kleiner Tipp für interessierte Anleger. Fragen Sie im Beratungsgespräch nach den Kosten. Ein Finanzdienstleisetr ist verpflichtet, Ihnen diese lückenlos zu belegen. Im Hinblick auf Index Invest sollten Sie immer darauf bestehen, dass Ihnen bei einem Angebot neben den Verlaufswerten auch die Verbraucherinformationen mit ausgehändigt bzw. ausgedruckt werden. Letztere beinhalten alle mit der Anlage verbunden Kosten.
    Fazit: Wer fair und kundenorientiert berät, kann auch die mit dieser Anlage verbundenen Kosten transparent machen bzw. erläutern.

  21. finanzdeutsch #
    21

    Danke für die Info. Ich meinte eher, welche Kosten Sie bezüglich einer reinen Fondslösung meinten? Den vollen Ausgabeaufschlag zahlt der Anleger heute nur noch, wenn er mit Scheuklappen zur Volksbank oder Sparkasse läuft. Wer sich ein bißchen orientiert, wird meist ohne AA kaufen.
    Selbst wenn, ist es noch ein großer Nachteil, alle Kosten vorab zu zahlen, anstelle ratierlich mit jedem Kauf. Und vordiskonierte Fondssparpläne sind ja zum Glück nicht die Regel.

  22. Axel Gertisser #
    22

    Bitte denken Sie bei „kostenlosen“ Fonds immer noch an folgende Gebühren: Managementvergütung, Verwaltungsgebühren, Depotbankgebühren und eventuell leistungsabhängige Vergütungen, wenn es bspw. einem Fondsmanagement gelingt, eine best. Benchmark zu übertreffen. Auch können je nach Verwahrart zusätzlich Verkaufs- bzw. Transaktionskosten entstehen. Und was Ihr Thema „Scheuklappen“ angeht hat jeder das recht, das zu tun , was er für richtig hält. Der „billige Jakob“ ist nicht immer und nicht für jeden die richtige Lösung. Und wer einen guten Banker hat-die gibt es tatsächlich (!), der kunden- und nutzenorientiert seine Kunden berät, wird mit Sicherheit auch mit Lösungen die höhere kosten haben, leben können.

  23. finanzdeutsch #
    23

    Die genannten Fondskosten betreffen alle Fonds je nach Konstrukt mehr oder weniger. Das ist aber unabhäging davon, ob ich den (vollen) Ausgabeaufschlag zahle. Das ist seit Einführung der Fondsplattformen eine reine Vereinbarung zwischen Kunde und Verkäufer. Wenn der Kunde weiß, das er mit dem AA den Verkäufer und nicht die KAG bezahlt, dann ist es ja auch OK.
    Mit den Scheuklappen meine ich, dass Union und Deka i.d.R. bestenfalls nur durchschnittliche Fonds anbieten, Sparkassen und Volksbanken aber die „letzten Bastionen“ des vollen AA sind. Und leider sind die von Ihnen beschriebenen guten Bankberater nicht die Regel, womit der AA für einen schlechten Fonds zur falschen Zeit nicht wirklich gerechtfertigt ist.
    Ich bin absolut bei Ihnen, dass gute Beratung nicht billig sein kann. Aus meiner Sicht muss diese aber unabhängig vom Produkt und den daraus resultierenden Provisionen sein. Wer zahlt, schafft an.

  24. Axel Gertisser #
    24

    Ich erlaube mir noch eine Anmerkung zu den Ihrer Meinung nach „durschnittlichen“
    Fonds. Ranglisten in Fachzeitschriften sind genauso gut, wie die von den Lesern des ADAC gewählten(?) Autos des Jahres.

    Und dennoch, hier kommen die die besten Fonds mit der besten Wertentwicklung über 3,5 und 10 Jahre gemäß der Siegerliste der EuroFundAwards 2013:
    – UniDeutschlandXS: Platz 1 (5J)
    – UniRak: Platz 2 (10J)
    – Unireverse:Euro A: Platz 1 (3J)
    – UniSector:BasicIndustries: Platz 2(10J)
    – UniSector:Klimawandel A: Platz 1 (1J)
    – UniStrategie:Konservativ: Platz 3 (3J)
    – UniStrategie: Dynamisch: Platz 1 (5J)

    Die Liste ließe sich noch beliebig weiter fortführen. Durchschnitt sieht anderst aus. Und ganz nebenbei, bei meiner Volksbank bekomme ich auch die besten Fonds anderer Fondsgesellschaften angeboten, ohne zu fragen. Das nenne ich Beratungsqualität und zeigt mir, dass die (Volks)Banker doch viel besser sind , als Ihr Ruf, der Ihnen manchaml voraus eilt.
    Ausserdem möchte ich bei Anlageentscheidungen ganz bestimmt nicht mit irgendeinem Berater einer Direktbank telefonieren müssen, der weder mich persönlich, noch meine Vermögensverhältnisse kennt. Ohne diese Grundlagen ist eine auf meine Bedürfnisse zugeschnitte Anlageberatung schlichtweg nicht möglich. „Jeder ist seines Glückes Schmid“ und das ist auch gut so.

  25. Thomas Roßbach #
    25

    Ihr ganzen Strategen von der R+V, wie Axel Gertisser… ich habe einmal den IndexInvst abgeschlossen, weil mir dieses Produkt plausibel *erschien“.Allerdings frage ich mich, wie die versprochenen Garantien zusammen komen solen….?

  26. Otfried Jost #
    26

    Guten Morgen,

    4 Jahre nach dem Blog-Eintrag müssten zwischenzeitlich doch Erfahrungen in Hülle und Fülle vorliegen.
    Haben Sie die Sache mal recherchiert und die Ergebnisse ausgewertet ?
    Mir hat ein Mandant erzählt, er habe exakt mit dieser Anlage (50 T€) in den letzten 24 Monaten 18 % Gewinn gemacht … kann ich das glauben ? Ich habe keine Unterlagen gesehen … habe nur seine Aussage. Vielleicht gibt er sie mir ja einmal anonymisiert für den Blog.
    Schönen Sonntag noch … Otfried Jost

  27. finanzdeutsch #
    27

    Hallo Herr Jost,
    leider fehlt mir dazu derzeit die Zeit. Wer Infos hat und sie mir schicken möchte ist herzlich eingeladen….

  28. Dennis Wiese #
    28

    Man man man, ihr macht mich fertig.
    Hab die Allianz Index-Select auch angeboten bekommen, VR-Bank. Mein Grundgedanke war, ich will keine Rente, ich will eine Summe zum Vertragende haben. Die Index-Select fand ich für mich, was Risiko und Rendite angeht, von den vorliegenden Angeboten, am besten.
    Ja und jetzt bin ich auf dieser Seite gelandet und das schlimme daran ist, ich habe weniger Ahnung von dem ganzen als jemand, der keine Ahnung hat 🙂 Herzlichen Dank…

  29. Geli Thor #
    29

    Dennis Wiese, ich lese das auch gerade und bin nun doch unentschlossen. Mir wurde auch von der Allianz IndexSelect angeboten. Mir erschien das plausibel und sicher, und ich war dem Abschluss nahe, nur die doch hohen Kosten haben mich veranlasst, zu recherchieren. Und jetzt lese ich das und habe genauso viel Ahnung wie Du. Soll ich nun abschließen oder nicht? Wirklich schlauer bin ich nicht geworden durch das lesen hier. Dennoch Danke für die vielen Meinungen und Hinweise.

  30. David M. #
    30

    Für alle, die überlegen, ob sie Allianz Index Select wählen wollen, ein paar Fakten zu den Abschluss- und laufenden Gebühren. Diese Frage hat mich stark beschäftigt, denn nach fast fünf Jahren (habe den Vertrag 2011 abgeschlossen) ist es erstmal erschreckend, sich den aktuellen Kontostand anzuschauen.

    Die Allianz antwortete mir 2015 auf meine Frage nach den Gebühren:

    Die Abschlusskosten betragen 4% der vereinbarten Beiträge.
    Bei Abschluss Ihrer Versicherung beliefen sich die Abschlusskosten daher auf 56,32 EUR pro Monat bzw.auf 675,84 EUR jährlich.
    Insgesamt betragen die Abschlusskosten 3.379,20 EUR.
    Die Verwaltungskosten zu Ihrer Versicherung werden je Beitrag berechnet.
    Diese betragen 5,5% pro gezahlten Beitrag.
    Zu Beginn Ihrer Versicherung -berechnet auf einen monatlichen Beitrag von 220,00 EUR-betrugen diese
    12,10 EUR monatlich bzw. 145,20 EUR jährlich.
    Die vereinbarte dynamische Anpassung von Beitrag und Leistungen löst die gleichen Kosten von 4% bzw. 5,5% aus.

    Das bedeutet also: 4% einmalig auf die gesamten vereinbarten Beiträge. Plus 5,5% auf jeden monatlich eingezahlten Beitrag. Happig, oder? Das muss man erstmal wieder reinholen, gerade in Zeiten, wo der Euro Stox 50 stark schwankt, ist dies schwierig.

    Großes Problem auch: Wenn man sich dazu entscheidet, wieder auszusteigen, dann hat man trotzdem die 4% auf den ursprünglich vereinbarten Beitrag gezahlt. Da überlegt man sich zweimal, ob man nach z.B. 10 Jahren wieder aussteigt.

    Während des Rentenbezugs kommen dann 1,75 EUR je 100 EUR gezahlte Rente hinzu.

    Bedenken muss man allerdings den Steuervorteil, wenn man Angestellter ist. Ich bin mittlerweile selbständig und habe davon nichts mehr.

    Hoffe ich konnte bei der Diskussion helfen.



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