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Stehen wir vor einem Jahrzehnt der Aktie?

Die meisten Nachrichten und Prognosen derzeit sind ja eher negativ. Griechenland, Spanien und Italien sind schon so gut wie pleite. Der Euro steht kurz vor dem Aus und die nächste Hyperinflation ist nur noch eine Frage der Zeit. Trotzdem steigen die Börsen seit Jahresanfang als gäbe es kein Morgen. Da ist der nächste Crash doch nur eine Frage der Zeit, oder?

Dann hat gestern auch noch der IWF vor Konjunkturproblemen gewarnt. Oh je! OK, der IWF ist nicht gerade ein Orakel in Sachen Prognosequalität. Die Freunde sollte man vielleicht nicht allzu ernst nehmen. Aber tatsächlich scheint sich die Lage weltweit ein Stück weit abzukühlen. Das kann durchaus zu den berühmten Korrekturen am Aktienmarkt führen.

Aber wie sieht denn die langfristige Prognose aus?
Hierüber habe ich einen bemerkenswerten Marktkommentar des Vermögensverwalters Greiff AG aus Freiburg gelesen.

Sie kennen Greiff nicht und Freiburg ist auch nicht gerade eines der globalen Finanzzentren?
Bei dem ganzen Quatsch, den wir täglich von den großen Häusern in New York, London und Frankfurt zu hören bekommen, ist das doch ein gutes Zeichen, oder?
Und das Klima in Freiburg ist allemal gut und die Stadt auch immer eine Reise wert. Aber das nur am Rande.

Bemerkenswert ist der Marktkommentar unter dem Namen „Greiffbar“ aus dem September mit der Überschrift:

„Die Aktie könnte die Anlage des kommenden Jahrzehntes werden.“

Lässt der Konjunktiv in der Überschrift noch viel Platz für Zweifel, folgen im Text durchaus nachvollziehbare Argumente für einen bevorstehenden Höhenflug der Aktienmärkte in den kommenden Jahren. Der Kommentar ist so „greiffbar“ geschrieben, dass er es verdient, komplett gelesen zu werden. Deshalb möchte ich hier nur ganz kurz die wichtigsten Ansatzpunkte anreißen, um ein wenig neugierig zu machen:

  • Derzeit liegt extrem viel Geld in extrem schlecht verzinsten Anlageformen und lechzt nach ein bisserl Rendite. Eine gute Basis für „Die Hausse nährt sich selbst!“
  • Während Europa gefühlt vor dem wirtschaftlichen Abgrund steht, wächst die Weltwirtschaft kräftig, besonders die Schwellenländer. Wobei der Anteil der Eurozone an sich und besonders derjenige der Krisenländer sehr niedrig ist.
  • Die Unternehmen (auch in den USA) stehen sehr solide da.
  • Die Maßnahmen gegen die Krise in den Euroländern steigern mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit und der relativ schwache Euro „wirkt wie ein Konjunkturprogramm“.
  • Der Export in Deutschland und der gesamt Eurozone ist weiter auf dem Wachstumspfad.

Es folgen noch weitere Fakten, die für steigende Aktienkurse sprechen. Wenn Sie das Thema interessiert lohnt sich der Blick auf den Kommentar.

Fazit:
Natürlich finden sich genauso viele Argumente für den bevorstehenden Niedergang der Aktienmärkte im Besonderen und des Kapitalismus im Allgemeinen. Aber da derzeit eher die Schwarzmaler Oberwasser haben, ist so ein optimistischer Kommentar allemal beachtenswert. Die Argumente haben was und in der Vergangenheit war meistens schlauer, gegen den Strom zu schwimmen, als sich von der Masse treiben zu lassen.

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