RSS

Buffett liebt Cash

Das berühmte „Orakel von Omaha“, die Anlegerlegende Warren Buffett, reduziert die Aktienquote und „hortet“ Bargeld, wie das Handelsblatt (dieser Artikel liefert auch interessante Hintergrundinformationen zu Berkshire Hathaway) heute berichtet.
Wie passt das zusammen? Die Aktienmärkte steigen und der Typ steigt aus Aktien aus?
Wenn Sie diesen Gedanken gerade haben, dann sind sie leider noch einen Schritt von der Professionalität eines Warren Buffett entfernt …

Erinnern Sie sich: Billig kaufen –  teuer verkaufen! So lautet die goldene Regel erfolgreichen Handels. Egal ob Äpfel oder Aktien. Aber gerade Aktienkäufer lassen sich gerne von Angst und Gier leiten und kaufen erst wenns teuer wird. Buffett und seine Firma Berkshire Hathaway sind von solchen fatalen Emotionen natürlich weitgehend frei. Sie analysieren einzelne Aktien und legen nach ihrem eigenen Modell ein Ziel für den Aktienkurs fest, bei welchem sie die Aktien wieder verkaufen wollen. Genau dies ist jetzt bei einigen Aktien geschehen.
Bemerkenswert ist, dass Buffetts Team derzeit offensichtlich keine günstigen Alternativen findet und die Verkaufserlöse lieber im Bargeldbestand lässt, bis sich wieder neue attraktive Anlagechancen ergeben. Das sollte Anlegern zu denken geben!

Wie ist die aktuelle Situation?
Was uns hier in Deutschland oft nicht so bewusst ist: US-Aktien sind in den letzten drei Jahren trotz aller Krisenthemen ganz ordentlich gestiegen.

S&P 500 INDEX 3 Jahre Chart

Das sieht also nicht mehr wirklich nach billig aus. Auch ein DAX bei fast 7.000 Punkten ist kein Tiefstand mehr. Zwar ist die Nachrichtenlage noch weit von Euphorie entfernt und aus dieser Sicht kein Crash zu erwarten, aber jetzt einzusteigen wird sicher immer riskanter.
Zumal die Finanz-Euro-Schuldenkrise hohes Rezessionspotenzial für die globale Konjunktur mit sich bringt. Und eine Rezession war noch nie gut für die Aktienkurse!

Was sagt uns die hohe Cashquote?
Sie sagt uns, dass ein Haufen Geld faul in der Gegend herumliegt und nichts schafft. Dieser Zustand ist den Besitzern meist sehr unangenehm und wird normalerweise so schnell wie möglich geändert. Sollte also irgendjemand die Luft aus dem Krisenszenario herauslassen, bevor es platzt, müssen viele Milliarden Dollars und Euros schnell wieder angelegt werden. Dies treibt die Aktienkurse dann in neue Höhen, da sollte man schnell dabei sein.
Außerdem ist ja derzeit extrem viel extrem billiges Notenbankgeld im Umlauf, das auch gerne mal als Turbo für die Aktienmärkte und sich dort entwickelnde Blasen hergenommen wird.

Sollten die Schwarzseher recht haben, ist es eigentlich wurscht, wieviel Geld derzeit im Cash liegt. Vielleicht sind Anleger, die die schlimmsten Verluste vermeiden konnten, früher wieder investitionswillig, wenn es wieder nach oben geht. Schaumermal. 

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • StumbleUpon
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Yahoo! Buzz
  • Twitter
  • Google Bookmarks

Your Comment