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Du Bausparer!

Für alle die, wie ich, in den 90ern in die Finanzbranche “hineingewachsen” sind und ihr Interesse an den Kapitalmärkten im Allgemeinen und den Aktienmärkten im Besonderen in dieser Zeit entwickelt haben, war es die schlimmstdenkbare Beleidigung, wenn man mit “Du Bausparer” beschimpft wurde. Bausparen galt als langweilig, spießig und schlichtweg dumm, weil jeder Fondssparplan mit Sicherheit eine weitaus größere Rendite zu bringen schien.    

15 bis 2o Jahre später ist von diesem Rausch nur ein kräftiger Kater übrig geblieben. Man muss dem “langweiligen” Bausparvertrag  zu Gute halten, dass er niemanden enttäuscht und ruiniert hat. Ein Punkt, der leider nach der geplatzten Tech-Blase, der Subprime-Finanz-Krise und der aktuell andauernden Staatsschuldenkrise so gar nicht auf die Aktienmärkte zutreffen will. Gut, vielleicht wurde beim Verkauf so manches Bausparvertrages so mancher Unsinn erzählt. Besonders die Höhe der Bausparsumme und die Dauer bis zur (voraussichtlichen) Zuteilung des Bauspardarlehens sind da sicher sehr sensible Themen. Aber so schlimm wie den Aktionären der Telekom (Hallo Herr Krug!) oder den ehemaligen Fans von Neuem Markt, Techirgendwas usw. dürfte es keinem spießigen Bausparer ergangen sein. Wir Aktienfuzzies waren damals zwar viel cooler, sind aber heute auch viel ärmer… .

Stellt sich die Frage: Wie siehts denn heute aus?
Ich muss widerwillig zugeben, dass derzeit viel für Bausparen spricht. Wer irgendwann einmal den Wunsch nach Wohneigentum realisieren will, der kann sich mit einem Bausparvertrag und dem richtigen Tarif jetzt das historisch günstige Zinsniveau auf lange Zeit sichern. Sollte die Inflation deutlich steigen, was an sich mittelfristig logisch wäre, würden auch die Darlehenszinsen steigen. Ein klarer Pluspunkt für den BSV!
Aber auch Sicht des reinen Sparers ohne einen Wunsch nach Hauskredit ist der BSV derzeit eine Überlegung wert. Die Zinsen sind oft deutlich höher als bei den Banken und sicher ist das Bausparen aufgrund der Unabhängigkeit von den Finanzmärkten auch in hohem Maße. Dazu kommt, dass die Zinsen zur Kündigung eines Bausparguthabens oft um sechs Monate betragen, also auch eine relativ hohe Verfügbarkeit gegeben ist.

Es gibt also derzeit vielmehr vernünftige Gründe für einen Bausparvertrag, als für Aktienfonds etc.. .
Aber halt! Da wird der alte Aktienfondsfuzzy wieder hellhörig! Damals war es genau anders rum. Alle dachten, Aktien wären das um Welten bessere Investment und es kam genau gegenteilig. Vielleicht ist das ja ein gutes Zeichen und man sollte antizyklisch jetzt mit einem Aktienfondssparplan beginnen? Eine Überlegung ist das allemal wert. Man kann ja beides Kombinieren.

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  1. Anonymous 30 05 12

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