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Allianz IndexSelect – Sicherheit und hohe Renditen?

Gestern bekam ich einen netten Brief von der Commerzbank. Unterschrieben von zwei Herren, die ich weder persönlich noch namentlich bis dahin kannte. Ein Herr Rüdiger Maroldt und ein Herr Martin Nitsche berichteten schon in der Betreffzeile, dass „diese Rechnung aufgeht“. Aha.
Schnell mal gegoogelt, schon schlauer. Der Herr Nitsche ist „Leiter Marketing Privat- und Geschäftskunden in der Commerzbank“. Alles klar, einer der Werbung macht. Über den Herrn Maroldt findet man nur, dass er früher mal für verschiedene Unternehmen der Dresdner-Bank Gruppe (grüne Welt) tätig war. Er wird bei der Advancebank, die es ja nicht mehr gibt, als Vertriebsvorstand genannt. Und auch bei der Dresdner Bauspar AG, die es ja auch nicht mehr gibt, war der gute Herr Maroldt in leitender Funktion tätig. Jetzt scheint er in der „gelben Welt“ (Commerzbank) angekommen zu sein. Hmmmm. Ob mal einer darüber nachgedacht hat, was das für die CoBa bedeuten könnte….?
Aber eigentlich gäbe es die CoBa ja auch schon nicht mehr. Wäre da nicht der zuvorkommende Steuerzahler. So gesehen ist der Herr Maroldt da schon gut aufgehoben, was auch immer sein Job jetzt sein mag. Auf der Homepage der CoBa konnte ich darüber nichts finden. Den Herrn Nitsche findet man dort schon. Ob das ein weiteres Beispiel für das Aufeinanderprallen der beiden Welten (grün und gelb) ist? Egal, zurück zum Thema.

Die Rechnung, die angeblich aufgeht, ist ein Werbebrief für die Rentenversicherung der Allianz (jetzt wird es endgültig bunt: blaue Welt) namens „IndexSelect“.
Zitat:

„Als Partner der Commerzbank für Versicherungs- und Vorsorgefragen bietet Ihnen die Allianz eine einzigartige Lösung, die hohe Renditechancen ohne Verlustrisiko ermöglicht.“

Juhu, da ist sie endlich, die Quadratur des Kreises! Die Schwerkraft ist aufgehoben, endlich können wir alle fliegen. Danke, Allianz!
Hohe Renditechancen ohne Risiko. Darauf wartet die ganze Welt seit der Erfindung des Münzgeldes. Die Allianz hat das jetzt, dann können ja alle anderen Banken, Fondsgesellschaften und Versicherungen einpacken, oder?
Bevor wir uns anschauen, was die Allianz da wirklich tut, eine grundsätzliche Überlegung. Für jede andere Anlage auf dieser Welt gilt: Je höher die Renditechance, desto höher das Risiko. Findet jemand eine Strategie, welche diese Gesetzmäßigkeit außer Kraft setzt, wird ihm sehr schnell unvorstellbar viel Geld von den großen Anlegern auf der ganzen Welt zufließen und niemand würde mehr etwas anderes machen. Wäre das im Fall der Allianz so, hätte die Commerzbank sich nicht die Mühe machen müssen, mit diesem Werbebrief um meine paar Kröten zu werben. Es könnte also eventuell doch nicht  die eierlegende Wollmilchsau  sein,  welche die Allianz für die Gelder ihrer Kunden anbietet.

Aktuell im Oktober 2012: Vergleich mit der R+V IndexInvest

Worum geht es genau beim Produkt Indexselect?
Zu allererst ist dies erst einmal eine Rentenversicherung. Man zahlt also regelmäßig, meist monatlich, ein. Am Ende der Laufzeit, meist zu Beginn des erwarteten Rentenalters, kann man sich dann das angesparte Kapital plus Zinsen bzw. Gewinne auszahlen lassen, oder sich eine daraus ergebende lebenslange Rente zahlen lassen. Interessant ist, was die Versicherung während der Laufzeit mit dem Geld anstellt. Bei „normalen“ Rentenversicherungen wird das Geld sehr vorsichtig in relativ sichere Anlageformen gepackt. Diese bringen aber immer weniger Rendite, weshalb die Versicherer ein Problem mit ihren potentiellen Kunden (und auch mit den bereits bestehenden) haben. Vor diesem Hintergrund versuchen die Versicherer, dieses Produkt weiter aufzupeppen. Mittlerweile auch schon klassisch sind fondsgebundene Versicherungsformen. Hier entscheidet nicht die Versicherung, wie das Geld der Kunden angelegt wird, sonder der Kunde selbst kann sich Fonds aussuchen, in welche der Sparanteil an seinem Beitrag fließen soll. Wir haben dann so etwas wie einen Fondssparplan im Versicherungsmantel. Gerade für solche ist dieser Beitrag eine wichtige Basisinfo.
Da viele fondsgebundene Versicherungen wegen der schlechten Börsenphasen von 2000 bis 2003 und seit 2007 tief im roten Bereich sind und ein echtes Imageproblem haben, braucht das Baby also einen neuen Namen und eine neue Verpackung. Wobei man wirklich sagen muss, dass die Indexselect weitaus mehr, als nur einen neue Variante einer fondsgebundenen Versicherung ist. Durch die Kapitalgarantie und die weiteren Charakteristika, erinnert sie mehr an ein relativ kompliziertes Zertifikatekonstrukt oder einen der ominösen Hedgefonds, als an einen (oder mehrere) klassische Investmentfonds. Schon jetzt wird sichtbar, dass es für den Privatanleger nicht einfacher wird…. .
Die Allianz verspricht drei Dinge:

  • Der Anleger verliert kein Geld. Schlimmstenfalls erzielt er keine Rendite.
  • In Zeiten steigender Börsen kann der Anleger hohe Renditen erzielen, wie sie bei Aktienanlagen möglich sind.
  • Einmal erzielte Gewinne werden ebenfalls gesichert (eingelocked) und können nicht mehr verloren werden.

Das klingt super, oder? Mich hat natürlich interessiert, wie die Allianz das hinbekommen will. Ich habe also in der im Brief genannten Filiale der CoBa angerufen und wurde mit einem netten Herren verbunden, der mir die Vorgehensweise erklärte.
Was mich besonders interessierte war, wie die Allianz die Garantie einerseits und die Hohe Beteiligung (Partizipation) an den Aktiengewinnen andererseits, sicher stellen will. Mit den bekannten Modellen nach dem CPPI-Prinzip , auf dessen Basis die meisten Garantiefonds arbeiten, dürfte das kaum darstellbar sein.
Wie mir der nette Herr erklärte, ist der Dreh- und Angelpunkt die Begrenzung der monatlichen Rendite (Cap) der Aktienanlage für den Kunden auf vier Prozent. Man orientiert sich am Index für europäische Standardwerte Euro Stoxx 50®. Die Allianz schaut sich über ein Jahr hinweg an, welche monatliche Rendite dieser Index erzielt hat und zählt am Jahresende die monatlichen Werte zusammen. Ist dieses Ergebnis positiv (also >0) erhält der Kunde diese Rendite auf sein in der Versicherung befindliches Kapital. Allerdings werden pro Monat derzeit maximal vier Prozent (die genannte Höchstgrenze) angerechnet. Legt der Index in einem Monat bspw. Um zehn Prozent zu, erhält der Kunde dennoch nur 4% und die Allianz behält sechst Prozent für sich.
Das würde bedeuten, dass ein Kunde in einem guten Börsenjahr einen maximalen Gewinn von 48% erzielen kann. Damit kann man sicher leben. Wenn man dafür sicher ist, keinerlei Verluste zu machen, ist das allerdings eine Sensation. Und keine kleine!
Um die Bedeutung eines solchen Anlageergebnisses ermessen zu können, schaut man sich am besten die dramatischsten Börsenjahre an. In der jüngsten Vergangenheit war dies der Absturz wegen der Finanzkrise in 2008 und die Erholung in 2009. Hier einmal die monatlichen Ergebnisse in Tabellenform:

JanFebMrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
2008-13,78-0,10-4,096,080,44-11,140,520,07-9,61-14,66-5,780,90
2009-8,53-11,644,8615,175,20-1,809,955,333,57-4,432,266,18

Insgesamt verlor der Index im Jahr 2008 rund 42% und konnte 2009 um 25% zulegen. Legt man die Berechnungsmethode der Allianz zu Grunde, also das Aufaddieren der Monatsergebnisse, erhält man 2008 einen Verlust von rund 51% und 2009 einen Gewinn von 26%. Die Allianz würde also dem Anleger für 2008 keine Gewinne gutschreiben, ihm aber für 2009 26% vergüten. Das ist eine Anlage, wie sie viele viele Anleger seit vielen vielen Jahren schon erfolglos suchen. In guten Aktienjahren voll dabei sein und in schlechten Jahren nichts verlieren. Anlegerherz, was willst Du mehr? Aber wie soll das gehen?  Hat die Allianz den berühmten „Stein der Weisen“ gefunden?
Das wäre ja alles ganz einfach, wenn man vorher schon wüsste, was das Börsenjahr so bringt. Das weiß aber die Allianz auch nicht, also muss sie zu Beginn das Risiko eingehen, in Aktien zu investieren. Die Verluste, die sie dabei unweigerlich immer wieder macht, würden in den besonders guten Börsenmonaten ausgeglichen, weil man den Teil über dem Cap (derzeit 4%) für sich vereinnahmen kann. So soll die Aussage des CoBa-Mitarbeiters verstanden werden. Der mit dem Brief verschickte Werbeflyer und die Website zu diesem Thema vermitteln ebenfalls den Eindruck, dass die im Index befindlichen Aktien tatsächlich gekauft werden. Aber kann das wirklich sein? Sind die Asset Manager (finanzdeutsch: Geldverwalter) der Allianz so viel besser als der Rest Welt? So mancher Investmentfonds der Fondstochter des großen Versicherers hat in der Vergangenheit eher den gegenteiligen Eindruck entstehen lassen. Also schauen wir noch mal genau hin.
Hätte die Allianz in 2007 in Aktien des Euro Stoxx 50Ò investiert, wäre diese Anlage zwölf Monate später nur noch 58% des ursprünglichen Betrages wert gewesen. Es liegt an der Hinterlistigkeit der Prozentrechnung, dass es einen Gewinn von rund 72% braucht, um einen Verlust von 42% auszugleichen, was ja nötig ist, weil die Allianz dem Kunden ja sein Kapital garantiert. Berücksichtigt man dann noch, dass der Anleger für 2008 ja 26% Gewinn auf den garantierten Betrag erhalten soll, dann muss die Allianz mit dem, was sie Ende 2007 noch übrig hat in 2008 rund 117% erwirtschaften.

Wer es nachrechnen möchte: von 100 Anfang 2007 bleiben Ende des Jahres 58 übrig (-42%). Der Anleger soll Ende 2008 126 (+26%) haben. 126 – 58 = 68. 68 ist das 1,17fache von 58.

Diese 117% sollen aus dem Teil finanziert werden, welcher in den monatlichen Kursgewinnen der Aktien die Grenze von 4% übersteigt. Im Schnitt über 12 Monate müsste dieser bei 9,75% liegen, der Index also jeden Monat 13,75% zulegen. Damit würde der Index mehr als 165% in einem Jahr zulegen. Hoppla! Merkste was?
Wenn das so gewesen wäre, hätte der Anleger einen Anspruch auf 4% jeden Monat, also 48% im Jahr gehabt. Damit wäre die nötige Rendite auf die verbliebenen 58 von 117% auf 155% gestiegen. Das bedeutet dann, dass der Index im Monat nicht 13,75%, sondern rund 17% einbringen müsste, was wiederum ein Börsenjahr mit einem Gewinn von über 200% im Index bedeutet. Also langsam ist mal gut, oder?

Hören wir auf zu träumen und schauen uns mal die Realität an. In der folgenden Tabelle sehen wir, wie die einzelnen Monate in 2008 tatsächlich gelaufen sind und was die Allianz aufgrund des Cap tatsächlich verdienen konnte.

Jan 09Feb 09Mrz 09Apr 09Mai 09Jun 09Jul 09Aug 09Sep 09Okt 09Nov 09Dez 09
Euro Stoxx 50-8,53-11,644,8615,175,20-1,809,955,333,57-4,432,266,18
Kunde004440443,5702,264
Allianz-8,53-11,640,8611,171,20-1,805,951,330,00-4,430,002,18

Eine Überraschung erlebt man, wenn man die Zeilen einmal zusammen zählt. Dadurch wird deutlich, dass die Allianz sogar in 2009 ein „schlechtes Geschäft“ gemacht hat. Zwar hat sie in sechs Monaten einen über dem Cap liegenden Anteil einnehmen können, sie musste aber auch in vier Monaten erneut Verluste hinnehmen. Da bei diesen der Kunde nicht beteiligt wird, sind die Verluste betragsmäßig höher als die Einnahmen. Man muss kein Nobelpreisträger der Mathematik sein, um zu erkennen, dass die Allianz so nicht auf die benötigten 117% kommen kann. Nicht mal in so einem guten Aktienjahr wie 2009! Und das Jahr 2010 konnte in den ersten drei Quartalen auch keinen spürbaren Beitrag zur Besserung der Lage leisten. Eher im Gegenteil.
Natürlich kann man einwenden, dass diese zwei Jahre Extrembeispiele sind und das sich alles über die Laufzeit wieder ausgleicht. Ja klar. Und Wasser fließt bergauf und die Erde ist eine Scheibe um welche sich die Sonne dreht. Aber es herrscht ja glücklicherweise Glaubensfreiheit in diesem unserem Land.
Selbst wenn man etwas tiefer in die Trickkiste greift, die normalerweise die Initiatoren (finanzdeutsch: Emittenten) von Zertifikaten gerne nutzen und die Kursindexvariante des Euro Stoxx 50Ò als Basis heranzieht. Dann könnte man die Dividenden aus den Aktien noch als Einnahme heranziehen. Das dies durchaus etwas ausmacht, sehen Sie am folgenden Chart:

Performanceindex vs Kursindex

Performanceindex (Return) vergl. mit Kursindex (Price) Quelle: www.onvista.de

Die in diesem Artikel genannten Werte beziehen sich übrigens auf den Performanceindex.

Aber da wir ja nicht knapp neben dem gewünschten Ergebnis liegen, sondern Lichtjahre davon entfernt sind, kann dies auch nicht die Lösung des Problems sein.
Stellt sich also die Frage, ob die bei der Allianz völlig Plemplem sind? Ich glaube nicht. Es ist auch wohl kaum anzunehmen, dass ich so viel schlauer bin, als die komplette versammelte Expertenkompetenz dort. Die Allianz ist nicht die Allianz, weil sie vollkommen bescheuerte Versprechungen macht, die sie in den sicheren Ruin treiben. Es muss also etwas anderes nicht stimmen.
Ich nehme an, dass nicht wirklich in Aktien investiert wird. Vielmehr wird diese Strategie wahrscheinlich durch den Einsatz von Derivaten und anderen „exotischen“ Finanzinstrumenten umgesetzt. Auch dann wäre es sensationell, wenn es wie beschrieben funktionieren würde. Aber warum wollen uns die Allianz und die CoBa vorgaukeln, sie würden wirklich in die Aktien des Euro Stoxx 50Ò investieren, wenn sie das nicht tun (und es auch gar keinen Sinn machen würde)? Auch hier kann ich nur spekulieren. Ich denke, dass man gerade nach den Erfahrungen der Finanzkrise alle Begriffe vermeiden will, die an Spekulation und Risiko erinnern können. Gerade die Allianz ist ja immer noch so etwas wie eine der letzten Bastionen der Solidität und Sicherheit. Da würden Begriffe wie „Futures, Optionen und Zertifikate“ nicht wirklich passen. Zumal „der Deutsche“ ja gerne dazu neigt, alle Werkzeuge des Finanzmarktes als Teufelszeug zu verurteilen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wer der Teufel ist, der sie benutzt. Würde die Allianz etwa schreiben „Mit dieser Strategie arbeiten wir wie ein Spitzen-Hedgefonds. Wenn es funktioniert, sind alle Hedgefondsmanager Schulbuben gegen uns.“, wäre die Bereitschaft der Deutschen, dort ihre Rentenvorsorge einzuzahlen, sicher recht gering.
Es scheint also einmal mehr so zu sein, dass wir Anleger bewusst dumm gehalten werden sollen. Welche Risiken man mit so einer Strategie wirklich eingeht, lässt sich vom Privatanleger aufgrund deren Komplexität überhaupt nicht einschätzen. Die Informationen der Bankmitarbeiter liefern hier ebenso wenig Aufklärung, wie die Werbeunterlagen. Vielleicht verraten die offiziellen Versicherungsbedingungen hierzu mehr. Aber wer liest die schon und versteht dann auch noch, was darin steht? Das Wissen auch die Bank und die Versicherung….. .

Fazit

Die Strategie:
Gelingt es der Allianz, dieses Versprechen zu halten, ist dies mit Sicherheit eine der besten und sensationellsten Anlagestrategien, die es auf der Welt gibt. Bei steigenden Aktienmärkten in hohem Maß profitieren und in schlechten Jahren nichts verlieren. Davon haben schon Generationen von Menschen für ihre Geldanlage geträumt.
Da bisher aber noch niemand die hochrentable risikolose Anlagestrategie erfunden hat, sind Zweifel wohl auch in diesem Fall angebracht. Ein Haken könnte z.B. sein, dass die Obergrenze für die Beteiligung an den Aktiengewinnen (Cap) jederzeit neu festgelegt werden kann. Sie könnte also auch deutlich gesenkt werden, was die Rendite für den Versicherungskunden minimieren würde. Man muss die Entwicklung wohl beobachten. Wobei fraglich ist, wie transparent die Ergebnisse sein werden. Versicherungen sind letztlich in dieser Hinsicht wesentlich intransparenter, als dies z.B. Investmentfonds sind.

Würde ich einen IndexSelect-Tarif abschließen?
Mir persönlich ist diese Rentenversicherung zu kompliziert und intransparent. Es ist offensichtlich, dass mit den Kundengeldern anders umgegangen wird, als dies im Verkauf kommuniziert wird. Mein Vertrauen endet an dieser Stelle. Dazu kommt, dass das Versprechen, welches die Allianz mit der IndexSelect macht, so unglaublich ist, dass ich nicht daran glauben kann. Ich finde, dass jeder normale Anleger so ungefähr verstehen sollte, wie und wo sein Geld investiert wird. Hier ist dies kaum möglich, da diese Strategie so kompliziert sein muss, dass sie allemal auf dem Niveau eines Hedgefonds liegt. Das sowohl die CoBa, als auch die Allianz die Komplexität der IndexSelect bewusst verschleiern, ist vor dem Hintergrund der deutschen Anlegermentalität durchaus verständlich. Es stellt sich aber die Frage, ob ich einem Anleger, der solche Dinge gar nicht (verstehen) will, dann solche Produkte unter einem Tarnmäntelchen unterjubeln muss? Da scheinen die eigenen Unternehmensinteressen einmal mehr weit über denen der Kunden angesiedelt zu sein.

Zum Abschluss noch der Hinweis auf einen Artikel auf focus.de zu solchen Produkten. Mich wundert, wie kritiklos ein Redakteur (=Fachmann?) die Werbeaussagen der Anbieter einfach in seinen Artikel übernimmt, anscheinend ohne sich selbst Gedanken über deren Bedeutung zu machen. Ob die Allianz und CoBa eventuell gute Anzeigenkunden dieses Blattes bzw. Verlages sind? Allein die Idee, so einen Versicherungstarif mit Fondspolicen in einen Topf zu werfen, ist schon verwunderlich. Weder die Allianz noch die Commerzbank sprechen im Zusammenhang mit der Indexselect von Fonds…? Aber ich rege mich wieder nur auf. Lassen wir es jetzt gut sein.

Nachtrag vom 8.8.2011:
Wie ich gerade gelesen habe, funktioniert das Riester-Produkt der Allianz mit dem Namen “Allianz Riester Rente Index Select” nach dem gleichen Prinzip. Es ist sicher nicht leicht, einen vernünftigen Durchführungsweg für die Riester-Rente zu finden. Die Sinnhaftigkeit dieser Anlageform wird sowieso in den einschlägigen Foren stark angezweifelt. zumindest von denen, die nicht von der Vermittlung von Finanzdienstleistungen leben…. .

Nachtrag 2.7.2013:
Andere Anbieter bieten ähnliche Produkte an. Lesen Sie auch die Artikel über R+V IndexInvest und SV IndexGarant.

 

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31 Comments Add Yours ↓

  1. 1

    Inhaltlich – wie immer – ein gelungener Beitrag. Was gibt es sonst zu sagen? Eigentlich nichts. Ich mag Ihre Schreibe. Ernsthaft.

    Herzliche Grüße
    Holger Lang, der Finanzschrauber

  2. Jens #
    2

    Interessant und aussagekräftig, bei dem Teil mit den Aktien steige ich jedoch aus:
    Die AZ investiert zu Beginn nicht in Aktien, sonder legt die Gelder in ihr Sicherungsvermögen.
    Somit bleibt der “Grundstock” des Guthabens gleich, letzlich ist die Wertentwicklung abhängig vom Indexverlauf, nicht das bereits erwirtschaftete Vorsorgeguthaben.
    Einfach erklär: Das Guthaben erwirtschaftet Zinsen. Diese Zinsen werden genutzt um a) dem Vertrag gutgeschrieben zu werden (bei Wahl der Zinsen) oder um b) die Option zu finanzieren, an der Wertentwicklung des Indizes teilzunehmen.
    Keine Aktien, kein Risiko und intransparent erscheint mir diese Lösung auch nicht…
    Und der Begriff Fonds dürfte nicht erscheinen, weil es keine Fonds in diesem Produkt gibt ;-) Nur das Sicherungsvermögen (Deckungsstock) und die Möglichkeit statt der “normalen Zinsen” Erträge aus einer Indexpartizipation zu erhalten.

  3. Chris #
    3

    Der Satz “Der Anleger verliert kein Geld. Schlimmstenfalls erzielt er keine Rendite.” bezieht sich bei diesem Produkt auf das Kalenderjahr, nicht auf den Monat. Daher passt die Tabelle zum Jahr 2009 nicht. Der Kunde ist im Kalenderjahr an allen Verlusten beteiligt. Lediglich wenn am Endes des Jahres ein Minus davor steht, hat man keinen Verlust.
    Dem Haken mit dem variablen Cap stimme ich allerdings uneingeschränkt zu.

  4. Jens #
    4

    Hallo Chris,

    nein, der Anleger verliert wirklich kein Geld, denn die Kursentwicklung während des Jahres hat keine Auswirkungen auf das eingesetzte Kapital.
    Die “Verzinsung” ist abhängig von der Entwicklung der Märkte. Geht der Markt hoch, Summe der monatlich gecappten Prozent Verzinsung. Geht es runter, 0% Verzinsung. Das gesicherte, ich nenne es mal “Basiskapital” (und dieses wird jährlich gesichert, Beiträge plus gemachte Erträge) wird überhaupt nicht von der Marktentwicklung tangiert, das schlummert brav im Sicherungsvermögen der Allianz…

  5. Detlef Meyer #
    5

    Selbst wenn Sie es nicht verstanden haben – es funktioniert. Und eigentlich ganz einfach.
    Der EuroStoxx50 ist ein Performanceindex also Dividenden werden beim Index nicht berücksichtigt und mit diesen 3-4% kann die Allianz die Garantien und Absicherungen am Markt für ein Jahr kaufen. Deshalb gibt es auch eine Klausel in den Bedingungen die den GAP also den Abschlag auf die Performance jährlich neu festsetzt.
    Da die monatlichen Performancewerte gekappt werden (der GAP) wird auch bei einem guten Jahr nie der gesamte Kursgewinn an die Anleger ausgeschüttet. Und natürlich behält die Allianz die Dividenden.
    Und in einem schlechten Jahr gibts eben gar keinen Gewinn.
    Trotzdem ein tolles Produkt besser als eine Kapitalversicherung weil der Kunde die jährliche Wahl hat und besser als eine Fondversicherung weil der Kunde in schlechten Jahren einfach auf den Deckungsstock aufsetzen kann.

  6. finanzdeutsch #
    6

    Hallo Herr Meyer,
    danke für Ihren Kommentar. Anscheinend sind wir schon zwei, die nicht alles verstehen ;-).
    Zitat:
    “Der EuroStoxx50 ist ein Performanceindex also Dividenden werden beim Index nicht berücksichtigt ”

    Diesen Index gibt es sowohl als Kurs- als auch als Performanceindex. Im Performanceindex sind die Dividenden enthalten, im Kursindex nicht. Ich nehme also an, Sie meinen den Kursindex? So wird bei Zertifikaten gerne vorgegangen.

    Die Mathematiker bei der Allianz sind meist recht vernünftige Menschen. Die werden sich kaum dazu hinreißen lassen, eine Garantie auf Basis einer der Höhe nach sehr unsicheren in der Zukunft liegenden Zahlung, wie den möglichen Einnahmen aus Dividenden, zu berechnen. Gerade in Krisenzeiten fallen Dividenden gerne mal kleiner aus oder ganz weg.
    Das kann es also nicht sein. Und das der CAP genauso wenig zuverlässig einen Deckungsbeitrag für den Garantietopf bringt, habe ich im Artikel bereits erläutert.

    Zitat:
    “…besser als eine Fondversicherung weil der Kunde in schlechten Jahren einfach auf den Deckungsstock aufsetzen kann.”

    Bisher konnte mir noch niemand erklären, woher der Kunde zu Beginn der 12-Monatsperiode weiß, ob diese gut oder schlecht wird… . Haben Sie hierfür ein Rezept?
    Ist es vielleicht möglich, dass Sie hier das aus einer Vertriebssschulung stammende Wissen zum Besten geben? Ist ja nichts unehrenhaftes. Mit scheint nur, die für die Schulungsinhalte Verantwortlichen erzählen dem Vertrieb wieder einmal nicht die ganze und teils auch nicht die reine Wahrheit… .
    Gruß aus Bayern.

  7. Makler #
    7

    Es heist nicht GAP sondern CAP, und der wird jedes Jahr neu festgelegt. Was in den nächsten 12 Monaten am Markt geschieht kann niemand voraussagen, aber der Kunde kann max. pro Monat 4 % Gewinn machen dann greift der CAP. Allianz macht vor der Partizipation eine Ausschreibung an 5 Brokerbanken, und wer die höchsten CAP garantiert bekommt die Anlage. Monatliche Beiträge bis zum nächsten Stichtag haben eine Garantieverzinsung plus Überschüsse,die nach der Partizipation zusätzlich in den Deckungsstock gehen. Aber da in einem Jahr die Bürse nicht kontinuierlich nach unten gehen kann, ist eine 0%Rendite so unwarscheinlich wie eine theoretische 48% Rentite da der Markt auch nicht kontinuierlich nach oben geht.Gute Rentite mit absoluter Kapitalsicherheit und gleiche Kosten wie andere Versicherer. Eine reine Fondspolice hat vermutlich am Ende eine höhere Rentita, aber auch das Verlustrisiko, das in der Indexpolice nicht vorhanden ist. Im übrigen wird der CAP jedes Jahr neu festgesetzt und der Kunde kann auch jedes Jahr in eine sichere Verzinsung wechseln ( Kostenfrei) und im nächsten Jahr wieder in Index.Natürlich wird die Allianz damit gutes Geld verdienen,aber auch die Fondsgesellschaften verdienen mit den normalen Policen,aber immer ohne Sicherheit, und Sicherheit kostet natürlich Rendite.Aber die deutschen sind ebe so gestrickt extreme Rendite mit absoluter Sicherheit. Dieses Produkt wird es nie geben. Für Sicherheitsbewusste ist die Index zu empfehlen.

  8. 8

    tja…man muss auch nicht alles kapieren..wie die das machen..

    natürlich hat ihr banker auch keine ahnung gehabt..aber das dieses produkt nur mit hochriskanten papieren gemanagt werden kann..ist jedem klar..der ein klein wenig ahnung von investment hat..

    einziges risiko: die allianz lebensversicherung ag deutschland geht pleite..denn die garantieren das alles…

    ..da sage ich ..möglich, aber wenn das passiert..ist wohl unser land auch pleite

  9. KönigKunde #
    9

    Ich habe letzte Woche von meinem Versicherungsverkäufer ein Angebot für eine IndexSelekt Anlage als Altersvorsorge bekommen.
    Nachdem ich das Prinzip dank Ihres Artikels nachvollziehen kann, habe im Angebot nicht genau definierte Ausweichmöglichkeiten der Allianz gefunden:
    “Der oben genannte Rentenfaktor kann unter bestimmten Voraussetzungen geändert werden. (…) Informationen
    dazu entnehmen Sie bitte den Allgemeinen Versicherungsbedingungen.”
    Diese Bedingungen liegen dem Angebot leider nicht bei und ist vermutlich, die Hintertür um die erhoffte Rentenhöhe bei fehlender Index-Entwicklung zu drücken.

  10. 10

    Hallo an den Herrn mit dem gefährlichen Halbwissen.

    Lass Dir mal eine Police senden und lese richtig nach anstatt zu mutmaßen.

    Da ist die Indexpartizipation genau beschrieben.
    Insidertip: Abgesichert wird über Put-Optionen, wie bei jedem Hedgefonds auch.

    Die Rendite im Backtesting über 20 jahre liegt bei guten 6%.

    Also den tropfen in der Hose nach deinem tollen Beitrag wegwischen und nachlesen.

    Viel Spass dabei.

  11. finanzdeutsch #
    11

    Hallo an den Herrn, dessen Benehmen noch schlechter ist als sein Fachwissen.
    Der Einsatz von Puts oder anderen Derivaten ist -wie bei jedem Hedgefonds auch- noch lange kein Indiz für gute Ergebnisse.
    Der “Insider” möge sich wieder hinsetzen und auf die Produktschulung Teil 2 hoffen!
    Wenn ein Produktanbieter einen Backtest veröffentlicht, dann weist dieser immer ein tolles Ergebnis aus. Man nennt das “Backtestoptimierung”.
    In der Praxis zeigt sich dann leider, dass die Zukunft sich von der Vergangenheit unterscheidet.
    Die einzig zuverlässige Aussage beim Vorliegen von Backtests ist die, dass es noch keine belastbaren oder herzeigbaren Vergangenheitsdaten gibt.

    Nachlesen alleine hilft nicht. Verstehen wäre ein echter Fortschritt!

    Man kann nur hoffen, dass die Bezeichnung “Philipp Scholze – Finanzberater” genauso falsch ist, wie die angegebenen Kontaktdaten…. . Das wäre sogar von den gleichnamigen Herrn aus Berlin vom AWD ein zu niedriges Niveau.

  12. Martin #
    12

    Ich habe mir heute bei der Allianz einen Vorschlag für dieses Produkt rechnen lassen.
    Fazit: Knappe 20 Seiten mit “Info´s”. Interessant ist, halt wie immer bei Produkten in denen Fonds, Aktien oder sonstiges spekulatives steckt, der garantierte Wert.
    Dieser ist NUR das eingezahlte Kapital + der Zulagen. Wenn die IndexSelect so super+sicher ist, warum wird hier kein Garantiezins ausgewiesen? Klassische Riesterrenten haben sogar in den letzten Jahren noch mehr als 5% Rendite eingefahren.
    Mich würde mal interessieren was hier auch an Kosten drinne steckt. Wenn dieses Produkt so gemanaget wird, wie beschrieben, lassen sich die Gesellschaften das sicher auch schön vergüten. Also wieder Renditeminderung vond er aber nirgends ein Wort erwähnt wird.

    Irgendjemand hat mir mal was über das magische Dreieck der Geldanlage erzählt:
    “Sicherheit-Rendite-Flexibilität” stehen hier gegenüber. Erhöht man die Rendite sinkt…ja was wohl!?

    Ach noch was, ich habe seid 2002 eine Riesterrente bei der Debeka und habe jedes Jahr einen Zuwachs des gesamten Kapitals in dem Vertrag welcher auch jedes Jahr gutgeschrieben wird, also garantiert ist. Wozu dann ein Produkt wählen, dass mir nur meine Beiträge garantiert? Allein durch die Inflation habe ich hier einen Wertverlust sicher.

    schöne Grüße, sunny

  13. Mathias #
    13

    Ich glaube einen entscheidenden Fehler in Ihrer Rechnung entdeckt zu haben:
    In Ihrer zweiten Tabelle deckeln Sie sowohl monatliche Verluste (0%) als auch Gewinne (4%). Das entspricht allerdings nicht dem Produkt. Monatliche Verluste werden in voller Höhe an den Kunden weitergegeben (Januar 2009 -8,53%)! Sollte am Jahresende kumuliert ein negativer Prozentsatz als Ergebnis raus kommen, wird dieser automatisch mit 0% ausgeglichen (also nur auf Jahresbasis).

    Da diese Produkt auch als Basisrente angeboten wird, muss das sogar so sein, da der Gesetzgeber keine Verluste bei dieser Form von Altersvorsorge gestattet.

    Schönen Gruß,
    Mathias

  14. finanzdeutsch #
    14

    Hallo Matthias,
    danke für den Hinweis. Ich kann das aus Zeitgründen jetzt nicht nachprüfen. Aber das Grundproblem, dass diese Art der Strategie unter dem Strich für den Anleger keinen vernünftigen Ertrag erwirtschaften kann, bleibt auch bei der von Ihnen geschilderten Vorgehensweise bestehen.
    Aus meiner Sicht wäre auch bei dem von mir geschilderten Prozedere (Deckelung der Verluste bei 0) sicher gestellt, dass der Anleger keine Verluste erleidet. Zumindest solange es die Allianz gibt…. ;-). Aber mag sein, dass ich mich an diesem Punkt geirrt habe.
    Gruß Kai

  15. Mathias #
    15

    Hallo Kai,

    mir ging es jetzt im speziellen darum, inwiefern die Allianz ihre Kalkulation angestellt hat und daran doch Gewinne (abgesehen von den Gebühren) partizipieren kann.

    Schönen Gruß,
    Mathias

  16. finanzdeutsch #
    16

    Hallo Matthias,
    unter dem von Ihnen genannten Aspekt hätte die Allianz in 2009 rund 20% verdienen können. Schon deutlich besser als bei meiner Berechnung. Aber auch da bräuchte es einige Jahre, um ein Jahr wie 2008 wieder auszugleichen. Die Allianz wird das sicher schlauer machen, als hier von mir beispielhaft dargestellt. Aber eben nicht wie vorgegaukelt mit direkten Investments in Aktien, sondern über komplexe Strategien mittels Derivaten. Ist ja auch OK, sie sollten es nur dazu sagen….
    Gruß Kai

  17. Nic #
    17

    Peinlich, peinlich, sowohl die sehr persönliche Meinungsäußerung hier im Netz, aber auch die Retoure vom so genannten Finanzfachmann. Beide haben schlecht rechechiert, keiner hat sich die Mühe gamcht mal bei der Allianz direkt anzurufen und sich selbst über das Produkt zu erkundigen.

    Fast hätte ich mich auf diesen Artikel verlassen und mich auch von dieser negativen Berichterstattung anstecken lassen. Doch die Wirklichkeit sieht oft ganz anders aus.

    Der Wahrheitsgehalt, der hier veröffentlicht und damit leider auch verbreitet wurde, ist nahe Null. Nicht einmal die Berechnungen stimmen.

    Ich darf die Herren hiermit auffordern sich an die Allianz direkt zu wenden, bevor Sie sich nochmals in solch geschäftsschädigender Weise zu Dingen äußern von denen sie nachweislich keinerlei Ahnung haben.

    Ich habe mir jedenfalls die Mühe gemacht und habe bei der Allianz angerufen. Ich rate das jedem, der diesen “Käse” hier gelesen hat(Sorry, aber irgendwie färbt das Niveau hier schon auf mich ab).

  18. finanzdeutsch #
    18

    Danke, dass Sie sich die Mühe machen, diesen “Käse” zu kommentieren. Ob das, was ich geschrieben habe der größere Käse ist, als das, was die Allianz Ihnen erzählt, mögen Sie gerne selbst beurteilen. Zumindest kann man festhalten, dass ich keine wirtschaftlichen Interessen damit verbinde, ob jemand solch einen Vertrag abschließt oder nicht. Die Allianz wohl schon…. .
    Die Kritik der falschen Vorgehensweise bei den Berechnungen ist ja in den früheren Kommentaren schon aufgetaucht und auch berechtigt. Wer möchte kann das ja gerne selbst nach der richtigen Systematik nachrechnen.
    Was bleibt ist die Kritik, dass es sich hier um ein sehr kompliziertes Produkt handelt, über dessen Character seitens der Allianz ein falsches Bild erzeugt wird. Dazu kommt, dass die Renditeerwartungen bei solchen Produkten durch die Garantie naturbendingt sehr niedrig sind.
    Vielleicht wären Sie ja so nett, die Ergebnisse Ihres Anrufes bei der Allianz hier in einem Gastbeitrag zu veröffentlichen? Ich sichere gerne Zensurfreihiet zu. Und das Niveau des Artikels bestimmen Sie ganz allein! Wie wärs?
    P.S.: So manches, was für Finanzdienstleistungsunternehmen jeder Art geschäftsschädigend ist, ist für den Anleger kapitalerhaltend….

  19. finanzdeutsch #
    19

    Bitte beachten Sie den neuen Beitrag von Versicherungsmakler Thomas Eilenberg zu diesem Thema: http://finanzdeutsch.de/Wordpress/2011/10/28/indexselect-gastbeitrag/

  20. robby #
    20

    meines wissens werden die monatlichen “gewinne” nicht gesichert, sondern am ende des jahres wird kumuliert:
    hat man angenommen von jan-nov eine performance von 4 % oder mehr ergibt das 44 % rendite. ergäbe sich im dez ein verlust von 43 % hat man nur eine rendite von 1 %. so gesehen ist es mit der 4 % begrenzung ziemlich schwierig eine hohe rendite zu erzielen

  21. 21

    Hallo, also die Betrachtung im Ursprungsbeitrag hat einen grundsätzlichen Fehler. Die monatlichen Verluste werden nicht per Monat auf 0 gesetzt. Dafür aber die Erträge auf 4% reduziert.

    Beispiel (krass):
    Jan.-November 6 %
    Dezember -50 %

    Kunde
    Jan.-November 4 % (Cap greift)
    Dezember – 50%
    Jahr wird addiert:

    Kunde = -6% = nix
    Allianz = 16 %

    (Über den mathematischen Sinn der Addition von Prozenten differierender
    Ausgangswerte schweigen wir da mal.)

    Hinzu kommen ja noch die durchaus beträchtlichen Abschluss und Bla.. Kosten. Keine Ahnung ob es jemals möglich sein wird hier etwas zu verdienen.

    Nehmen wir mal das Beispiel aus dem Beitrag von 2009

    2009
    Jan -8,53
    Feb -11,64
    März 4,86 = 4 für Kunde
    April 15,17 = 4 für Kunde
    Mai 5,20 = 4 für Kunde
    Juni -1,80
    Juli 9,95 = 4 für Kunde
    August 5,33 = 4 für Kunde
    September 3,57
    Oktober -4,43
    November 2,26
    Dezember 6,18 = 4 für Kunde

    Was kommt da raus ? 3,43 % für den Kunden… Davon noch die Provisionen runter kommt ein sattes Minus raus.

    In 2011 sind es 0% Ertrag für den Kunden. Die Provisionen bleiben, also ca. -5%

    Betrachten wir die Sache mal mit der Statistik (kann ich hier nicht posten weil nicht genug Space) dann kann man eigentlich froh sein wenn man bei diesem Produkt nach 20 Jahren inflationsbereinigt mit einer 0 rauskommt.

    Ich habe das Produkt für mich persönlich trotzdem als U-Kasse laufen (Gesellschafter-GF) um jetzt das Geld nicht versteuern zu müssen.

    Aber: Die einzigen die damit verdienen werden sind die Vertriebler und die Allianz…

  22. Alex #
    22

    Ich bin ein verunsicherter Kunde dieses Produkts.

    Nun habe ich mir die Zeit genommen etwas in die EuroStoxx-Geschichte zu schauen: http://www.stoxx.com/download/historical_values/hbrbcpe.txt

    In meiner ersten Rechnung macht die Bank mit einem Cap von 4% einen schlechteren Schnitt als der Kunde, sowohl seit 1987, als auch seit 1999. Der Unterschied ist groß, mir ist auch unklar, wie die Bank dieses Produkt finanziert.

    Ich denke, ab einem Cap von ~2.75% (oder geringer) macht die Bank einen besseren Schnitt als der Kunde.

    Bemerkenswert finde ich, dass bei ~2.75% Cap die Performanz des Produktes bei der Performanz der alternativ wählbaren fixen 3.75% Verzinsung liegt.

    Mein Fazit: Ich bin gespannt ob wir zukünftig in guten Zeiten des EuroStoxx die 2.75% sehen werden.

  23. Irrlicht #
    23

    Nur eine Frage an Hr./Fr. finanzdeutsch:
    Was soll man denn momentan mit seinem Geld machen?
    - Gold kaufen?
    - ausgeben?
    Derzeit wird doch alles in Frage gestellt was mit Geldanlage zu tun hat.
    Nur lese ich sehr selten gut gemeinte
    Alternativen.

  24. finanzdeutsch #
    24

    Weil es grundsätzlich keine pauschale Antwort geben kann. Und weil keiner die Zukunft kennt. Wenn Sie glauben, dass Gold eine gute Anlage ist, sollten Sie etwas kaufen. Aber halt nicht alles auf Gold setzen, könnte ja sein, Sie irren sich.. . Das Gleiche gilt für Aktien, Renten, Immobilien usw..
    Ein gutes Essen, ein gutes Glas Wein und schöne Erlebnisse mit der Familie oder Freunden sind sicher nicht das Schlechteste, was man machen kann. Sie mehren halt nur nicht den materiellen Reichtum.

  25. AL #
    25

    Hallo,
    sehr interessant, bei der 1822direkt wird grade auch verstärkt dieses Produkt beworben . Allein die Information Garantierte Zinsen oder Gewinnbeteiligung ohne Verlust…unfassbar. Würde mir jemand (BRD+Allianz+1822direkt) schriftlich garantieren das ich auf 35 Jahre 3,5% bekommen würde ich sämtliches Erspart dort investieren, die Niederländer mit Ihren Pensionsfonds konnten 2008/2009 auch ein Lied davon singen. Entweder rettet der Staat oder die Sicherungskasse muss es richten.
    Ein Schelm der Böses dabei denkt :-)

  26. Christine #
    26

    Dieser Artikel hat mir meinen Vormittag verüßt! Ich habe an der ein oder anderen Stelle herzhaft gelacht, danke!
    Und fachlich übrigens einwandfrei! Wirklich top!

  27. Peter.S. #
    27

    Ich erwarte von so einer Anlage nur eins:
    Meine paar Euros sollen in ein paar Jahren noch die annaehernd gleiche Kaufkraft haben wie Heute. Das schaffen sie z.Zt. weder unter dem Kopfkissen noch auf dem Tagesgeld- / Festgeldkonto. Sollten sich die Zinsen bei solchen Konten wieder als lukrativer erweisen, steige ich aus der indexselect z.T. wieder aus,kuendige den Vertrag nicht( 1% bleibt liegen )und lege den Rest hoeherverzinst an.

  28. CMausM #
    28

    Nachdem ich selbst für die Allianz arbeite, möchte ich hier keine Meinung abgeben – wäre nicht objektiv. Allerdings kommt mir in sämtlichen Ausführungen zu diesem Produkt ein Punkt zu kurz: in sämtlichen Indexverträgen gibt es einmal im Jahr einen Index-Stichtag. Kurz vor diesem Termin werden die Kunden angeschrieben, ob sie eine weitere Indexpartizipation wünschen, oder ihr Kapital für das nächste Indexjahr ganz oder teilweise in die “sichere Verzinsung” aus dem Deckungsstock der Allianz Lebensversicherung umschichten möchten. Derzeit (Stichtag 01.04.2014) beläuft sich die sichere Verzinsung auf immerhin 3,4%, welche natürlich die Garantie erhöhen und zum 01.04.2015 eingelockt werden.
    Zum Thema kosten – bei laufender Beitragszahlung fallen die üblichen 4% Abschluß- und Vertriebskosten auf die Beitragssumme an, im Einmalbeitragsbereich 5%. Bei höheren Beträgen gibt es allerdings die Möglichkeit kostengünstigerer Gruppenverträge.

  29. Franz #
    29

    Habe mir die einzelnen Beiträge nochmals durchgelesen. In 2013 und auch bei den ersten Stichtagen in 2014 wurden beeindruckende Ergebnisse erzielt. Einmal gutgeschriebene Gewinne werden eingebuchtet und gehen nicht mehr verloren. Bester Stichtag war der 1.6.2013 mit stolzen 24%. Da können auch einige 0-Jahren folgen und die Rendite dürfte auch nach Kosten deutlich über den aktuellen Tagesgeldkonditionen liegen, zumal auch jährlich eine Garantieverzinsung(aktuell 3,4% p.a.)gewählt werden kann. Verluste kann es nicht geben und weniger wird es auch nicht, da die laufenden jährlichen Kosten entweder bei der Garantieverzinsung oder bereits im Cap berücksichtigt sind. Insbesondere sehr gut geeignet für Einmalbeiträge. Verfügbar ganz oder in Teilbeträgen jederzeit(Achtung: in den ersten 5 Jahren fallen bei vollständiger Auflösung des Vertrages 1% Kosten an) möglich. Dies sind meine Erfahrungen zu diesem Produkt und ich empfehle eine vollumfängliche Beratung bei einem Bankberater(Partner der Allianz)oder direkt bei der Versicherung.

  30. finanzdeutsch #
    30

    Gratuliere zu den gefundenen guten Ergebnissen. Zum Thema Bankberatung habe ich andere Erfahrungen. Und beim Allianzvertreter hat man auch keine Rechtsgrundlage für eine Beratung. Nur für Produktverkauf.

  31. 31

    Zwei Punkte die ich gerne zur geführten Diskussion ergänzen möchte:

    Bewertung der Renditen:
    Die langfristigen Renditen im Backtesting, gem. Allianzprospekt( rollierende 12 Jahesperioden ) liegen zwischen 4,5 bis 6,5 % p.a. Meines Erachtens solide Renditen für eine langfristige kapitalmarktoriente Anlage. Fast schon langweilig! Ich sehe hier keine unseriöse Anlagestrategie.

    Zu Refinanzierung seitens der Allianz: Wählt man für das kommende Jahr die Indexpartizipation erspart sich die Allianz die Auszahlung der sicheren Verzinsung von zur Zeit 3,4 % an den Anleger. Mit diesem Geld lässt sich wunderbar die Indexpartizipation durch Derivate aufbauen.

    Das Produkt ist m.E. Also kein Hexenwerk. Einfach clever die Jungs bei der Allianz. Die Wettbwewerber ziehen nun nach. Also so kompliziert scheint das Nachbauen nun dann doch nicht zu sein!



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